Warum sind wir so skeptisch gegenüber der Kirche?

Seit Tagen beschäftige ich mich mit der Berliner Kirchengeschichte. Der Hintergrund ist der: eine recht traditionelle Gemeinschaft von Christen möchte sich mehr für ihre Nachbarschaft öffnen. Ich soll dabei helfen. Abgesehen davon ist es eine grundsätzliche Frage für mich: Warum sind so viele Berliner verschlossen gegenüber dem Evangelium?

Nachdem ich viele Jahre Christ bin, wundere ich mich mehr und mehr, wie man dagegen sein kann. Ich erfahre, wie Menschen heil werden, innerlich wie äußerlich. Wie Menschen Frieden in ihrem Herzen finden. Wie Ängste weichen. Wie das Leben von Menschen aufblüht, wenn sie anfangen, mit Jesus zu leben. Vergebung geschieht. Belastungen lösen sich auf. Frieden kehrt ein. Kurzum: Ich erfahre das Leben mit Gott als etwas sehr Gutes. Wieso sollte man dagegen sein?

Nun sind nicht alle Berliner dagegen.
Viele sind auch tolerant, solange man sie nicht bedrängt. Geht mir ja selbst so: ich will auch nicht bedrängt werden.
Manche sind auch gleichgültig.

Aber Tatsache ist, dass es bei ca. 6 Millionen in Berlin-Brandenburg maximal 1,5 Millionen Kirchenmitglieder gibt (inkl. Freikirchen, Orthodoxe, Migrantengemeinden, RKK usw.). Es wäre sehr idealistisch, wenn man davon ausgeht, dass diese 1,5 Millionen auch wirklich an Jesus Christus, den Sohn Gottes glauben. Wenn man die durchschnittlichen Zahlen der Gottesdienstteilnehmer als Grundlage für einen Jesus-Glauben nimmt, dann könnte man bei ca. 40.000 – 50.000 Christen in der Region Berlin-Brandenburg landen. Das könnte realistisch sein, vielleicht auch sehr pessimistisch. Andere schätzen, dass es vielleicht 500.000 Christen gibt. Wer kann schon über den Glauben eines anderen urteilen!?
Wie dem auch sei: Auf jeden Fall sind es nicht 1,5 Millionen, da sich viele Menschen für Christen halten, nur, weil sie Kirchenmitglied sind – aber Jesus folgen sie nicht nach. Sie zahlen ihre Kirchensteuer, gehen zum Weihnachtsgottesdienst, wollen eine kirchliche Beerdigung. Aber ansonsten spielen Kirche, Glauben und Jesus in ihrem Leben keine Rolle.

Im besten Fall sind also knapp 10% der Berlin-Brandenburger Christen. Im schlechtesten Fall sind es noch nicht mal 1%.

Was ist da los?

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