Kurzer Einschub – Berliner Kirchengeschichte: Es gibt viel Gutes!

In Berlin-Brandenburg gibt es zwar offiziell noch viele Kirchenmitglieder (inkl. Freikirchler, Orthodoxe usw.), aber wie erörtert, handelt es sich mehrheitlich um Karteileichen. Schon seit über 100 Jahren ist die Anzahl der Gottesdienstteilnehmer im Vergleich zu den eigentlichen Mitgliederzahlen erschreckend gering.
Nun kann man den christlichen Glauben nicht alleine an der Teilnahme an einer Gottesdienstfeier festmachen. Doch selbst wenn man versucht, die Anzahl der Christen zu schätzen, die zwar Jesus folgen, aber nicht an regulären Gottesdienstfeiern teilnehmen, dann dürfte die Gesamtzahl von Christen nicht so viel höher liegen (ganz grobe Schätzung, nur beruhend auf persönlichen Beobachtungen: auf 10 Gottesdienstteilnehmer kommen vielleicht 1-2 Jesus-Nachfolger, die nicht an solchen Gottesdienstfeiern teilnehmen).

Das alles hat seine Gründe. Und viele Gründe könnten auch unbekannt sein. Einige der möglichen Gründe habe ich hier dargestellt: Warum nicht „Kirche“?

Und dennoch gibt es in Berlin-Brandenburg Kirchen!
Spätestens Ende des 1.Jahrtausends hat sich das Christentum hier entwickelt. Holzkirchen wurden gebaut. Auch das „Spandauer Kreuz“ ist ein Beleg für das Wachstum des christlichen Glaubens in unserer Region.
Später, zur Zeit Preußens, hat die hiesige Toleranz dazu geführt, dass Hugenotten und andere Glaubensflüchtlinge Zuflucht finden konnten.
Das zeichnet unsere Region eben auch aus:
Du darfst Christ sein. Du darfst dich entsprechend entfalten. Aber achte dein Gegenüber und dränge nichts auf!

Zur Zeit des 2.Weltkrieges wissen wir von der Bekennenden Kirche, die auch in Berlin, unter anderem in Spandau, verortet war. Kirchlicher Widerstand gegen die Nazi-Herrschaft!

Nach meiner Beobachtung ist nach dem Mauerfall noch mehr geistliches Leben entstanden: Bibelschulen wurden aufgebaut (oder befinden sich zur Zeit im Aufbau), Gemeinden wurden gegründet, Netzwerkdienste wie „Gemeinsam für Berlin“ sind entstanden – u.v.m.

All das macht auch Hoffnung auf mehr!

Nun hat Jesus nicht zugesagt, dass sich alle Menschen Ihm zuwenden werden. Das Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld legt nahe, dass sich vielleicht nur 25% der angesprochenen und interessierten Menschen zu Nachfolgern entwickeln.

Insofern bleibt der christliche Dienst in Berlin-Brandenburg ein Dienst zwischen Ernüchterung und Hoffnung.

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