Wie lebendig ist deine Gemeinde?

Ich habe eine erschreckende, ernüchternde und hoffentlich nicht zu arrogante These:

Die meisten Gemeinden in Berlin-Brandenburg wachsen nicht wirklich.

Ich muss erwähnen, dass ich keine genauen Zahlen habe. Ich habe nicht mit jeder Gemeinde ein Interview geführt. Ja, es handelt sich nur um ein Bauchgefühl, geboren aus meiner Wahrnehmung der letzten 20 Jahre in dieser Region.

Was verstehe ich unter „Wachstum“?

An dieser Stelle meine ich tatsächlich das Zahlenwachstum. Wieviel Bekehrte? Wieviel Bekehrungstaufen? Ich meine nicht das sogenannte Transferwachstum, wenn Christen aus anderen Gemeinden bei einer neuen Gemeinde andocken. Das kann vereinzelt Sinn machen, aber es gleicht mehr der Adoption eines Kindes statt der Geburt eines eigenen Kindes.

Natürlich kann es auch ein qualitatives Wachstum geben: die wachsende Erkenntnis von Gottes Liebe. Wachsende Liebe zu Gott und Menschen hin. Aber das dürfte noch schwerer zu messen sein. Und mir ist das qualitative Wachstum zunächst lieber als das rein zahlenmäßige. Und doch weist jedes quantitative Bekehrungswachstum darauf hin: Wieder hat jemand Gottes Liebe erkannt und konnte Erlösung empfangen! Wie großartig!

Ich habe eine Checkliste erstellt. Auch aus dem Bauch raus. Mit diesen Fragen soll Klarheit geschaffen werden, ob eine Gemeinde stagniert, stirbt oder fruchtbar ist. Diese Checkliste kann hier als pdf runtergeladen werden: Lebendigkeits-Checkliste für Gemeinden.

Hier sind die Fragen:

Wieviel Neubekehrte gab es in der Gemeinde im letzten Jahr?

Wie ist die Mitgliederentwicklung in den letzten zehn Jahren?

Wieviel fremde Besucher kommen pro Sonntag, weil sie die Gottesdienstfeier gut finden?

Wieviel Gemeinde-Gruppen setzen sich direkt für die Mission ein?

Wieviel Prozent der Mitglieder kommen zu den Gebetstreffen?

Wieviel Menschen hast du im letzten Monat das ganze Evangelium erzählt?

Wieviel Hauskreise/Gruppen sind im letzten Jahr entstanden?

Wieviel Hauskreise/Gruppen haben im letzten Jahr Zuwachs an Teilnehmern?

Wieviel Hauskreise/Gruppen treffen sich seltener als am Anfang oder sind beendet worden?

Wie setzt du das im Alltag um, was du bei der Gottesdienstfeier gelernt hast?

Wieviel Menschen begleitest du, damit sie in der Nachfolge Jesu vorankommen?

Wieviel Menschen sind in den letzten drei Jahren durch besondere Gemeinde-Events zum Glauben gekommen oder sind dadurch Teil der Gemeinde geworden?

Wann hast du das letzte Mal eine Heilung oder Befreiung erlebt, weil du für jemanden gebetet hast?



Diese Fragen dienen dem eigenen Nachdenken und im besten Fall dem gemeinsamen Gespräch. Dabei geht es nicht darum, Gemeinden schlecht zu machen, sondern zu entdecken, wie Gott Seine Gemeinde lebendig und fruchtbar gestalten will.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.