Warum die Frage nach der persönlichen Berufung und Beauftragung wichtig ist

Seit Jahren beschäftige ich mich mit dieser Frage:
„Was ist die Berufung und Beaufragung für den einzelnen Menschen?“

Mittlerweile habe ich Menschen deswegen „gecoacht“, Workshops durchgeführt, Bibelstunden und Predigten dazu gehalten und ein Buch geschrieben. Dennoch bleibt es immer ein Prozess. Ein Weg, bei dem das Motto stimmt: „Der Weg ist das Ziel“.

Aber zwischendurch befallen mich Zweifel. Sind solche Fragen nicht Luxus-Fragen? Fragen, die nur verwöhnte Europäer stellen?


Statt einfach anzupacken und diese Welt ein Stück besser zu machen, meditiert man über solche „Selbstverwirklichungsthemen“?


Sozusagen wie jemand, der immer nur um sein eigenes Ego tanzt?

Das sind meine Erkenntnisse dazu:

Ja, in der Tat kann man zum Thema „Berufung und Beauftragung“ den Ego-Tanz tanzen. Dann geht es immer nur um das persönliche Glück und schöne Gefühle. So befindet man sich auf einer Straße der permamenten Unzufriedenheit.

Doch im christlichen Sinne verstanden, erscheint mir das Thema absolut relevant zu sein. Das sind einige der Gründe, weshalb:

+ Gott hat uns einzigartig gemacht und Fähigkeiten ausgestattet, die wir zu Seiner Ehre und zur Hilfe für andere einsetzen sollen.
Deshalb ist es gut, die eigenen Ressourcen zu kennen, um sie gezielt einzusetzen (Verwalter-Gedanke).

+ In einem friedlichen Kontext haben wir endlich die Ruhe und Zeit, um uns darüber Gedanken zu machen (2.Timotheus 2,1ff.-Gedanke).
Der Vergleich auf die vielen Menschen, die um ihr Überleben kämpfen und sich mit solchen Themen nicht beschäftigen können, ist falsch. Wir haben es bei der „Berufungs- und Beauftragungsfrage“ nicht mit Luxus zu tun, sondern mit etwas Gottgewolltem. Dass andere Menschen keine Kraft und Zeit haben, um sich damit zu beschäftigen, kann daher keine Aufforderung an uns sein, das Thema fallen zu lassen. Sondern die Überlebensnot anderer Menschen verweist vielmehr auf das:

– Böses zwingt die Überlebenskämpfer dazu, nur auf ihr eigenes Leben zu schauen. Sie werden daran gehindert, ein erfüllteres Leben zu haben. Das Schöne und Gute, was Gott in sie hineingepflanzt hat, verkümmert und kann sich nicht entfalten. Auch, wenn Einzelne in der Krise erst recht ihre Stärken entdecken, so zwingt die Krise auch immer dazu, sich selbst am Leben zu halten und im Zweifel alle Energie in sich selbst zu investieren. Diese Menschen brauchen mehr Frieden und Freiheit. Dann haben sie endlich den Rahmen dafür, um ihr gottgegebenes Potential vielmehr als bisher für andere einzusetzen.

– Das führt zum zweiten, ergänzenden Aspekt: Wir, die wir mehr Freiheit und Frieden haben, haben die Möglichkeiten, den Überlebenskämpfern die Hand zu reichen, um sie in das „Land des Friedens“ zu führen. Das tun wir am besten mit unseren Gaben. Oder anders formuliert: Am effektivsten sind wir dabei, wenn wir gemäß unserer persönlichen Berufung und Beauftragung leben. Zur Ehre Gottes und zur Hilfe für diese Welt.

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