Gott, das Elend und das Gute

Ich habe mich schon oft gefragt, weshalb Gott so viel Elend auf dieser Welt zulässt. Heute kamen mir ein paar unfertige Gedanken dazu, die ich hier stichpunktartig darstelle:

Gutes lernen

Gott will, dass wir lernen, das Böse durch Gutes zu überwinden. Wir sollen aus den Spiralen des Bösen herauskommen, ob es die kleinen, alltäglichen, subtilen Rachefeldzüge sind oder ob es die großen Kriege und Wirtschaftkämpfe betrifft. Er will nicht über unsere Köpfe hinweg das Böse auslöschen, sondern will uns einbeziehen, damit wir eben lernen, uns vom Bösen nicht mehr manipulieren zu lassen.
Wie machst du das? Lernst du, das Böse mit Gutem zu überwinden? Wisse: Gott glaubt, dass du Gewalt-, und Rachespiralen durchbrechen kannst!

Umkehr von Bösen

Gott setzt darauf, dass auch einzelne böse Menschen zum Guten umkehren können. Er kennt ja die Biografien und weiß, wieviel Böse selber Opfer vom Bösen waren. Er hat Mitleid mit diesen bösen Menschen und glaubt daran, dass noch genügend Böse das Gute lernen.
Wo tust du etwas, was schlecht ist? Wisse: Gott hat die Hoffnung, dass du das Gute lernst!

Segnen im Fluch

Gott sieht, dass es nicht nur Leiden gibt. Er sieht auch das Gute. Und Er will mitten im Leiden segnen und Gutes bewirken. Dazu löscht Er das Böse oft nicht einfach aus, sondern Er löst von Innen heraus auf, indem der Fluch in einen Segen transformiert wird.
Was geschieht Gutes in deinem Leben? Wo erkennst du trotz allem die Segensspuren Gottes? Wann hast du erlebt, dass Schlechtes schließlich zum Guten gedient hat? Wisse: Dieses Gute gibt es auch in deinem Leben!

Freude und Wert des Lebens

Gott hat grundsätzlich Freude an dem Leben, was Er erschaffen hat. Das Leben hat für Ihn einen hohen Wert. Deshalb vernichtet Er nicht sofort die Bösen, die Leiden verursachen. Sondern Er sieht auch den Wert des bösen Menschen. Er sieht auch die Freude in einem Leben, das viel Qual hat – Freude nicht wegen der Qual, sondern weil das Leben, unabhängig vom Verlauf, erstmal schön ist.
Kannst du dein Leben bejahen als etwas, was an sich wertvoll ist? Wisse: Gott freut sich, dass du lebst!

Gott sucht uns

Gott nimmt die Beziehung zu uns radikal ernst. Er sieht unsere gesamte Persönlichkeit und unser gesamtes Leben. Er sieht damit auch das Böse und die Leiden in unserem Leben, ob sie von uns verursacht sind oder von anderen. Er schreitet nicht sofort bei jedem Leid und jedem Bösen ein, weil Er uns als etwas Gesamtes respektiert. Ihm scheint es mehr um die grundsätzlichen Weichenstellungen zu gehen, aber alles mit dem Wunsch, dass wir in Beziehung zu Ihm treten und in dieser Beziehung bleiben.

Selbstverleugnung um Jesu willen

Wenn Jesus sagt:
„Nimm dein Kreuz auf dich!“,
oder:
„Wenn du mir nachfolgen willst, dann lege alles andere ab. Jede Beziehung, jedes Hab und Gut und jeden Lebenswunsch!“,

dann soll all mein Sein nur auf Ihn gerichtet sein.

Mein Ego mag das nicht.
Ich habe Sorge um mich.
Ich will doch leben und nicht sterben!

Doch der, der mich einlädt, ist der, der dann sagt:
„Und dann schenke ich dir das wahre Leben!“

Oder:
„Wirf deine Sorgen auf Gott, Er kümmert sich um dich!“

Oder:
„Dein Vater im Himmel wird dir alles geben, was du brauchst!“


Nein, Gott will unser Leben nicht zerstören.
Er will uns aufleben lassen.

Aber dazu müssen wir zuerst loslassen und Ihm vertrauen.

Das ist Selbstverleugnung bei Jesus.

Empfangen

Die letzten Monate waren für mich selbst emotional sehr herausfordernd. Umso wichtiger wird mir das Empfangen. Aus der Ruhe zu kommen. Sich konsequent einen Ruhetag pro Woche zu gönnen. Grenzen setzen, um sich nicht zu überlasten. Das hat eine seelische Komponente. Eine körperliche. Aber auch eine geistliche.

Denn Jesus sieht in uns „Reben am Weinstock“ (Johannes 15). Reben am Weinstock hängen ab. Sie sind dauerhaft auf Empfang geschaltet, denn anders können sie nicht leben. Mit der Zeit wachsen sie. Sie bringen Frucht. Aber diese Frucht haben sie nicht selber produziert. Hier kann es nicht um Anstrengung gehen. Hier geht es um das Dranbleiben an Christus. Der Rest kommt von alleine.

Deshalb wird auch von der Frucht des Geistes (Galater 5) geschrieben. Es ist EINE Frucht (nicht viele Früchte). Und diese wächst aus der Verbindung mit Jesus: Liebe, Freude, Sanftmut uvm. Eine Frucht wächst langsam. Druck hilft gar nicht. Vielmehr geht es darum, gute Rahmenbedingungen zu schaffen: ausreichend Bewässerung durch den Heiligen Geist, viel Sonnenschein durch Gottes Liebe, immer wieder etwas Dünger durch das Wort Gottes und einen Schutzraum durch die Gemeinschaft mit anderen Jesus-Nachfolgern. Dann – nach und nach – gedeiht die Frucht.

Entsprechend ist auch die sog. „Heiligung“ zu verstehen.
Die richtig verstandene Heiligung bedeutet nicht, dass wir uns immer mehr zwingen müssen, etwas zu leben, was wir nicht sind und nicht können. Sondern „Heiligung“ heißt, dass wir prozesshaft durch, mit und in Christus verändert werden. Diese Veränderung können wir nicht durch Regeln und Gesetze bewirken. Das wäre der Versuch, den Christen aus dem damaligen Galatien angestellt hatten: sie hatten zwar mit der Gnade begonnen, dann aber versucht, wieder mit der Einhaltung des jüdischen Gesetzes weiterzumachen. Paulus verwies sie darauf, dass das nicht funktioniert.

Wie kann die Veränderung dann aber geschehen?

Corona-Regeln und die Kirchen – Gedankensplitter

(Nachtrag vom 31.08.2020:
Hinsichtlich meiner Beiträge zum Thema „Gemeinde & Corona“ wurde mir ein Feedback gegeben, dass meine Artikel eher demotivierend wirken. Das tut mir leid, weil das nicht meine Absicht ist. Ich verstehe meine hier geäußerten Gedanken eher als ein lautes, manchmal gewiss provokantes Nachdenken, mit dem Wunsch, miteinander darüber in den Austausch zu kommen. Ich selbst verarbeite auf diese Weise meine Erfahrungen und Beobachtungen, bin aber wirklich offen für den Gedankenaustausch, weil ich weiß, dass ich nicht die alleinige Wahrheit gepachtet habe. Nur daran will ich unbedingt festhalten: Dass, egal, was passieren wird, Gott die Zügel in der Hand hält und letztlich alles zu einem guten Anfang leiten wird. Durch Jesus haben wir diese Hoffnung auf die beste Zukunft, die es gibt!)


Es scheint, als würden weite Teile der Kirchen/Gemeinden den Anweisungen der Regierung hinsichtlich der unterschiedlichen Corona-Regeln Folge leisten. Christen sind keine Rebellen. Wir achten die Autorität der Regierung. Und wir sind für das Leben und damit auch für die Gesundheit der Menschen. Keine Frage: wir wollen niemanden weh tun.

Auf der anderen Seite nehme ich eine gewisse Gedankenlosigkeit wahr. Denn:

Was machen diese Regeln mit uns? Mit uns als Menschen? Aber auch mit dem, was wir unter „Kirche“ verstehen?

Mit der Gnade Gottes spielen

Gott ist gnädig. Das entspringt Seinem Wesen.

Aber selbst die, die die Gnade Gottes schmecken, verstehen kaum den Umfang der göttlichen Gnade. Sie mag zu hoch, zu tief, zu weit oder zu wenig präsent erscheinen.

Dennoch gilt die Gnade Gottes, offenbart duch Jesus Christus, Sein Leben, Seinen Tod und Seine Auferstehung.

Als begrenzte Menschen können wir daher sehr schnell und leicht mit der Gnade Gottes spielen. Wir können so denken und handeln wie „Gott vergibt mir ja schon!“. Wir können Gott so behandeln wie einen alten, zu gütigen Opi.

Dabei verkennen wir Seine Majestät. Seine Heiligkeit und Herrlichkeit.
Wenn uns das stets bewusst wäre, so würden wir erzittern.

Ja, wir können mit der Gnade Gottes spielen.

Doch das Wunder ist das:
Dennoch bleibt diese Gnade bestehen.
Sie gilt uns weiterhin.

Denn eine Gnade, die davon abhängt, ob wir sie richtig einschätzen und uns entsprechend verhalten, wäre keine Gnade, sondern eine von uns zu erbringende Voraussetzung, und damit gar wie der Versuch der Selbsterlösung.

Wenn wir mit der Gnade Gottes spielen, dann schmälert es nicht Seine Gnade für uns.
Aber wir selbst blockieren uns, um in der Gnade Gottes zu leben.

Ausgehbeschränkungen – Corona-Zeit: Mentaler Survivalplan

Jeder Mensch geht anders mit dieser Corona-Zeit um.

Deutschlandweit beten Christen: https://deutschlandbetetgemeinsam.de/

Pastoren bieten verstärkt Online-Predigten an, z.B. ich via LifeTraining.

Menschen hamstern. Regen sich über die Maßnahmen auf oder finden es absolut richtig, was gerade geschieht.

Etliche Bürger sorgen dafür, dass unser System nicht völlig einbricht (Danke!) – und andere wissen nichts mit sich anzufangen.

Doch, was viele von uns eint, ist, dass wir Ausgangsbeschränkungen einhalten müssen. Dabei ist nicht jeder ein Höhlentier und genießt das Abgeschottetsein. Es gibt auch Menschen, die Tag für Tag dicker werden, dümmer werden, egoistischer werden… dabei dürften das die Wenigsten wollen.

Deshalb habe ich für mich und andere einen Schlachtplan entwickelt. Eine mentale Survivalstrategie, um nicht schwermütig zu werden oder nur noch vor Youtube, Netflix & Co abzuhängen.

Eine Skizze dazu, kannst du dir hier runterladen (s.u.).

Im Grunde ist es selbsterklärend.

Vorsichtshalber ein paar Worte dazu:

  1. Setze dir persönliche Ziele! Was möchtest du in 2-3 Wochen erreicht oder erlebt haben? Was würdest du gerne wissen (BRAIN)? Wie fit würdest du gerne sein (BODY)? Was würdest du gerne mal ausprobieren (SKILL)? Wie könntest du anderen helfen (SERVICE)? Was kannst du für deine Spiritualität tun (SPIRIT)?
  2. Breche diese Ziele in Wochenziele runter! Um in 2-3 Wochen das eine Ziel zu erreichen, was müsstest du dafür in der ersten Woche schaffen? Und in der zweiten Woche?
  3. Suche dir einen Challenge-Partner! Wer soll dir bei dir jede Woche nachfragen, ob du dran geblieben bist? Wer würde sich vielleicht auch der mentalen Survival-Challenge stellen, so dass Ihr im Team agieren könnt?
  4. Belohne dich! Wie willst du dich nach einer Woche belohnen? Und wie willst du dich nach drei Wochen belohnen, wenn du wirklich deine Ziele erreicht hast?
  5. Plane dein Freiheitsfest! Wie willst du feiern, wenn die Ausgehbeschränkungen wieder gelockert sind? Plane was Schönes!

So – hier der mentale Survival-Plan zum Download: Mentale Survival-Strategie




Corona und das Gemeindeleben – Kirchen in Krisenzeiten

Zur Zeit wird in Anbetracht der Corona-Krise erörtert, öffentliche Versammlungen einzuschränken oder gar zu verbieten. Das betrifft auch das kirchliche Leben. Im Kreis Teltow plädiert der Kirchenkreis dafür, die nächsten Gottesdienstfeiern und größere Gemeindeveranstaltungen abzublasen. Die Apostel-Petrus-Gemeinde in Berlin hat zur Zeit den gesamten Betrieb eingestellt. In anderen Gemeinden wird die Abendmahlspraxis überdacht. Noch zögern die Entscheidungsträger in Deutschland, das Land tatsächlich radikal für 2-3 Wochen still zu legen, was zur Folge hätte, dass auch Gottesdienstfeiern, Bibelstunden, Chorproben, Krabbelgruppen, Kinder- und Jugendtreffen & Co nicht stattfinden.

Doch wie lebt man als Gemeinde, wenn Treffen mit über 10 Personen verboten werden? Oder noch heftiger: Wie lebt man Gemeinde, wenn jegliche Treffen jenseits der Privaträume verboten werden?

Es gibt mindestens diese drei Wege:
a) Das geistliche Leben im „Wohnzimmer“:
Wie kann gemeinsam mit der Familie oder in der WG gebetet werden? Wie kann gemeinsam die Bibel gelesen und verstanden werden? Wie kann gemeinsam Gott gelobt werden? Oder anders: Wie kann ein Gottesdienst im Wohnzimmer gefeiert werden?

b) Das Leben als kleines Team:
Gemeindeleben mit vier bis neun Personen. Einander ermutigen, helfen, füreinander beten. Sich 1-2 x pro Woche in Privatwohnungen treffen. Wie geht das?

c) Internet-Gemeinde:
Sich per Zoom oder Skype verabreden und via Internet-Stream unterhalten, miteinander beten, sich zusammen auf Gott ausrichten. Das kann fast zu jeder Tageszeit stattfinden… im Schlafanzug und mit einer Tasse Kaffee in der Hand.

Doch all das erfordert, dass man weiß, wie man ein Treffen leitet. Was hilft für ein Teamtreffen? Wie führt man durch eine Videokonferenz? Was sind die Kernbestandteile für ein wirksames Meeting?

Für all das gibt es Antworten. Eigentlich nichts Neues unter Sonne. Aber vielleicht wird es in diesen Zeiten wieder entdeckt.

Ein paar Video-Lektionen habe ich auf meinem Youtube-Kanal (https://www.youtube.com/channel/UCgppYinXUSWss3SUfzkASNg) eingestellt. Nicht jedes Detail wird abgedeckt, aber die Grundlinien werden deutlich:

Teil 1: https://www.youtube.com/watch?v=lY63PWc20ow
Teil 2: https://www.youtube.com/watch?v=NcUD0FSWLVc
Teil 3: https://www.youtube.com/watch?v=moU644k4F88
Teil 4: https://www.youtube.com/watch?v=rSCpUmEhsu8
Teil 5: https://www.youtube.com/watch?v=MLLETl6pRrE