Was hoffentlich nicht passieren wird, aber denkbar ist und wie ich als Pastor damit umgehen will

Was hoffentlich nicht passieren wird

Es war ja absehbar: Durch die Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus leiden Menschen in vielfältiger Weise. Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, ruinierte Gewerbetreibende, Psychosen, Depressionen, vorzeitig Verstorbene durch verschobene Operationen… so in Deutschland und auch in vielen anderen Staaten weltweit.

Manche Regierungen bemühen sich, die Schäden durch Finanzspritzen zu minimieren, produzieren dadurch aber enorme Schuldenberge. Das wird womöglich die Inflation anheizen oder auch den nächsten Weltwirtschaftscrash beschleunigen. Weitere Folgen könnten sein: Währungsreformen, eine völlige Neuordnung von Eigentumsverhältnissen und weiterhin steigende Zahlen von Arbeitslosen und Wirtschaftsflüchtlingen.

Und all das, nachdem zig Studien aus diversen Ländern zeigen, dass die Letalität bei der Corona-Virusinfektion zwischen ca. 0,1-0,36% liegt, und die eigentliche Risikogruppe die über 80jährigen mit schweren Vorerkrankungen sind. Bei der absoluten Mehrheit der Infizierten gibt es keine oder nur milde Symptome. Die Statistiken aus verschiedenen Staaten zeigen oft das gleiche Bild (so nach einem Vergleich durch den Statistiker Isaac Ben-Israel, der 25 Länder verglichen hat): zu Beginn gab es eine exponentielle Entwicklung der Infektionen; doch unabhängig davon, ob ein Staat einen Shutdown gemacht hat oder nur mäßige Maßnahmen ergriffen hat, verlief die Kurve immer ähnlich, denn sämtliche Kurven tendieren mittlerweile deutlich nach unten. Die Infektionen sind seit längerem rückläufig. Im Grunde wie bei einer Grippe (bitte beachten: ja, auch ein Grippevirus ist gefährlich und kann Menschen töten – und tut das jedes Jahr!).

Solche Informationen bekommt man oft nicht bei den sog. Leitmedien, sondern man muss schon viel recherchieren. Manche Menschen tun das auch. Und sie fangen an, sich zu ärgern, weil sie die Beschneidung ihrer Freiheitsrechte sowie die wirtschaftlichen, psychischen und letztlich auch gesundheitlichen Folgen nicht verhältnismäßig zur Gefahr des Virus sehen.
Und leider muss damit zu rechnen sein, dass die Shutdown-Aktionen womöglich den weltweiten Hunger und entsprechende Tote einfordern werden. Gewiss würden viele Menschen anders denken, wenn sie in ihrem Bekanntenkreis etliche Virus-Tote zu beklagen hätten. Doch da das zumeist nicht der Fall ist, erscheinen die Regierungsanordnungen eben unverhältnismäßig. Tatsächlich werden einige Verordnungen längst von ehemaligen Verfassungsrichtern oder noch tätigen Juristen als verfassungswidrig deklariert – und hier und da werden die Verordnungen von Gerichten kassiert. Da es aber seit spätestens 2018 eine Roadmap auf EU-Ebene für die Einführung eines digitalen Impfnachweises gibt, ist davon auszugehen, dass das jetzige Virus dafür wie die Welle ist, die ein Surfer braucht.

Manche Menschen, die all das bewusst wahrnehmen, und nun für unsere Verfassung auf die Straße gehen, mögen Spinner sein. Rechte oder Linke. Aber es gibt mindestens noch mehr normale Menschen, die sich um unsere Gesellschaft sorgen und darum, wie die Bundesregierung agiert. Doch seit Tagen werden diese Demonstranten wiederum von einigen Leitmedien in die Ecke der „Impfgegner, Corona-Leugner, Verschwörungstheoretiker und Nazis“ gestellt. Abgesehen davon, dass solche Aussagen sehr pauschal sind, spielen sie mit dem Feuer. Wenn diese Berichterstattung so weitergeht, dann werden – auch durch die Macht diverser Medien – neue Fronten in der Gesellschaft geschaffen. Statt sachlich und möglichst nüchtern über das Geschehen zu berichten, wird sogleich in Schubläden eingeteilt. Das ist Gift für unseren Zusammenhalt.

Ich hoffe, dass die vielen Verantwortungsträger noch die Kurve bekommen. Denn ansonsten wird es in unserem Land alsbald ungemütlich werden.

Wer sich mit den vorhandenen Studien zum Corona-Virus beschäftigt hat und die Zahlen der letzten Monate aus den verschiedenen Ländern betrachtet hat sowie die regionalen Besonderheiten berücksichtigt hat, könnte dafür plädieren, die allermeisten Beschränkungen unserer Grundrechte wieder aufzuheben. Vielleicht wäre das eine Möglichkeit, um den gesellschaftlichen Konflikt nicht zu befeuern. Natürlich alles unter Beachtung des Händewaschens und des Niesens in den Ellenbogen (denn die Wirksamkeit von Gesichtsmasken ist nur in sehr bestimmten Fällen sinnvoll).

Wie ich als Pastor damit umgehen will

Eigentlich fühle ich mich ja als ein normaler Mensch, der das Glück hat, Gott im Leben zu haben. Doch immer wieder stelle ich fest, dass ich durchaus eine Person des öffentlichen Lebens bin. Lange nicht so öffentlich wie viele andere. Und doch gibt es Einzelne, die mich direkt oder indirekt ermahnen: „Du bist doch Pastor! Bleib‘ bei deiner Kernaufgabe und mische nicht in fremden Fachgebieten mit!“

Ich fühle mit solchen Äußerungen reduziert. Darf ein Pastor keine gesellschaftspolitische Meinung haben? Zumal dann, wenn es um unsere Freiheitsrechte – und damit auch um das Grundrecht auf Religionsfreiheit – geht!? Kann sich ein Pastor nicht auch in ein Thema einarbeiten, vor allem dann, wenn er merkt, dass es ihn selbst und die Gemeinde direkt betrifft? Und haben wir als Deutsche in Anbetracht unserer Geschichte nicht sogar die Pflicht, besonders kritisch zu sein, wenn die Verfassung geschwächt wird? Und sind wir nicht auch genötigt, uns mit der Sache auseinanderzusetzen, wenn jetzt schon absehbar ist, welche globalen Tragödien sich abspielen können – weniger aufgrund des Virus, sondern vielmehr wegen der jeweiligen Maßnahmen!?

Tatsächlich hatte ich überlegt, mich offensiv politisch zu betätigen, bin aber nach Gebet zum Ergebnis gekommen, das jetzt nicht zu tun. Nicht, weil die politische Betätigung sinnlos wäre – im Gegenteil -, sondern weil ich schlichtweg einen anderen Weg für mich sehe. Dabei habe ich auch Fluchtgedanken. Bloß raus aus dieser Situation. Weit weg, in ein anderes Land! Zugleich die Ahnung, dass ich hier noch gebraucht werde. Ebenso, wie viele andere auch gebraucht werden.

Die Zeit für Jesus-Teams

Konkret weiß ich, dass die Zeit der kleinen Jesus-Teams gekommen ist. Aus biblisch-theologischer Betrachtung und der Beobachtung herkömmlicher Kirchen/Gemeinden heraus ist das schon länger meine Überzeugung. Nun muss es praktisch werden!

Mittlerweile ist es in Berlin legal, dass sich Mitglieder von zwei Haushalten treffen dürfen. Das ist die offizielle Einladung dafür, mit Jesus-Teams zu starten. Ich vermute, dass das der einzige Weg sein wird, um Gemeinde vor Ort zu leben. Gewiss kann eine Gemeinde auch den „2-Meter-Gesichtsmasken-Gottesdienst“ durchführen, ohne Abendmahl und ohne gemeinsamen Gesang. Das mag punktuell sehr wertvoll sein. Doch die Frage muss gestellt werden: Was ist das für ein Gemeindeleben? Was ist das für eine Jesus-Nachfolge? Was soll die Frucht davon sein? Und inwiefern entspricht es Gott?

Es führt nichts daran vorbei, dass wir den Live-Kontakt vor Ort brauchen. Den vertrauten Rahmen. Das gemeinsame Gebet. Die Anbetung Gottes. Das Studieren von Gottes Wort. Die gegenseitige Ermutigung. Und die bewusste Aussendung in den Alltag und diese Welt hinein.

Natürlich werden sich daran nicht alle Christen beteiligen. Zu viele haben Angst vor Ansteckung oder davor, andere anzustecken. Diese Geschwister dürfen wir nicht bedrängen. Man darf sie einladen, aber sie sollen selbst vor Gott entscheiden.

Doch nun suche ich die Willigen und Vorbereiteten.

Denn ich kann die Online-Video-Chats kaum noch aushalten. Ich entwickle eine Bildschirmallergie. Mir wird es zunehmend zuwider, passiv eine Verordnung nach der anderen abzuwarten, bis dann der „erlösende“ Impfstoff verfügbar ist. Nein – die Gemeinde Jesu muss vorher aktiv sein. Im Kern sind wir nicht die zurückhaltenden, soften Reagierenden. Sondern durch Christus sind wir die Priester und Erlösten. Die Säulen der Wahrheit und der Tempel Gottes. So haben die Nachfolger Jesu immer Wege gefunden: in den Katakomben, in Wohnzimmern, auf einsamen Waldlichtungen oder zweisam bei einem Gebetsspaziergang. Das ist die Jesus-Bewegung.

Und deshalb will ich solche Jesus-Teams fördern.

Denn unsere Gesellschaft wird noch viele Beter, Versöhner, Wahrheitsliebende, Gerechtigkeitskämpfer und Friedensstifter brauchen! Wir sollten vorbereitet sein.

6 Antworten auf „Was hoffentlich nicht passieren wird, aber denkbar ist und wie ich als Pastor damit umgehen will“

  1. Hallo,
    sorry, ich muss dir widersprechen. All diese Fakten sind mir durch die sogen. Leitmedien durchaus bekannt. Dafür bedarf es keiner „alternativen Medien“. Ich warne sogar ausdrücklich vor solchen! In der Regel findet man dahinter Rattenfänger und Fanatiker.
    Und nein: Covid-19 ist eben nicht mit der Grippe vergleichbar. Auch dazu gibt es mittlerweile genügend fachlich gut belegte Artikel.
    Auch wenn die meisten infizierten Menschen kaum bis keine Symptome aufweisen, sind die vielen Toten schlichtweg nicht zu leugnen. Ebenso wenig wie die katastrophalen Überforderungen des Gesundheitswesens in div. Ländern. Nur weil wir in Deutschland bisher noch glimpflich davon gekommen sind (vor allem auch wegen der Beschränkungen!), bedeutet das nicht, dass Covid-19 nicht ernst zu nehmen wäre.
    Zu den zur Zeit so oft bejammerten Beschneidungen der Grundrechte kann ich nur sagen, dass diese in Zeiten von Pandemien durchaus beschnitten werden können und auch sollten. Du hast Recht, wenn du darauf hinweist, das es auch politische Bemühungen gibt, diese Krise auszunutzen, um unsere Grundrechte generell zu beschneiden. Doch das ist nichts Neues und sollte auch zu anderen Zeiten so vehement verurteilt werden. Dies lediglich jetzt zu tun, wie es nun einmal jetzt Viele tun, ist billig und schäbig.
    Das Gejammere der Pastoren geht mir als leidenschaftlichen Christen zur Zeit mehr und mehr auf den Geist. kapiert es endlich: Dieses Programmchristentum hat mit NT-Gemeinde so gut wie nichts zu tun! Zurecht verweist du auf die, von dir sogenannten, „Jesus-Teams“. Es wird Zeit, dass Gemeinde endlich wieder versteht, dass Jesus eben nicht gesagt hat: „An euren tollen Gottesdiensten / GD-Streamings wird die Welt erkennen, dass ihr meine Jünger seid.“ Gerade jetzt, in Krisenzeiten erkennt man, wer die echte Aussage Jesu tatsächlich verstanden hat: „Joh 13:35 Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“

    Eine Mahnung noch: Achte auf dich und auf die Rattenfänger! (Oder wie Paulus sagen würde: die Irrlehrer.)
    Gruß, Charly

  2. Lieber Charly!
    Danke für deinen Kommentar und dein Mitdenken! Dialog ist wichtig, wahrscheinlich besonders in solchen Zeiten, auch, wenn wir unterschiedliche Betrachtungsweisen haben.

    Nun behaupte ich nicht, dass das Corona-Virus ungefährlich ist. Die Grippe ist auch nicht ungefährlich. Natürlich sind Maßnahmen erforderlich. Sie müssen aber verhältnismäßig sein. Meine Meinung ist: dass die Bundesregierung zu Beginn auf die Bremse gestiegen ist, ist richtig. Es waren wohl noch zu wenig Daten und Studien vorhanden. Dann lieber auf Nummer Sicher gehen Absolut nachvollziehbar.

    Doch nach und nach gab es diverse Studien aus Dänemarkt, England, USA, China, Italien und Deutschland usw…. sie belegen alle ungefähr das, was ich im Artikel kurz erwähnt habe.

    Dass es regional besonders viele Tote gibt, hat verschiedene Gründe, die aber gar nicht stets am Virustod selbst liegen, sondern eben – wie du es auch erwähnt hast – u.a. an desolaten Krankenhaussystemen (so gab es wohl schon öfter Grippesaisons, in denen in den USA Notzelte aufgebaut werden mussten; auch Italien und Spanien waren in den letzten Jahren mitunter durch die Grippesaison überfordert).
    In Norditalien kam es laut Berichten dazu, dass viele osteuropäische Pflegekräfte das Land vor dem Shutdown verlassen hatten. Folge: Alten- und Pflegeheime mit bedeutend weniger Personal. Weitere Folge: weniger Pflege und mehr Tote. Und was auch bekannt ist: Norditalien hat eine der höchsten Luftverschmutzungen Europas und war in den letzten Jahren immer wieder von Legionellen heimgesucht. Zudem hat Italien von der EZB im Jahr 2011 einige Sparauflagen bekommen. Ca. 15% der Krankenhäuser wurden geschlossen (= desolates System, das schnell überfordert ist). Hinzu kommen psychologische Faktoren: Wenn Menschen Angst und Sorge um ihre Gesundheit haben, suchen sie schneller das Krankenhaus auf (auch im italienischen Gesundheitssystem kann man wohl Monate auf einen Facharzttermin warten). Und was kann passieren, wenn sich viele, vor allem ältere Menschen bzw. Menschen mit einem angeschlagenen Immunsystem in einem Krankenhaus treffen? Infektionen können schneller verbreitet werden.
    In wiederum anderen Staaten gibt es keine Horrormeldungen. Schweizer Kliniken haben Kurzarbeit angemeldet, weil es keinen Corona-Ansturm gab. Auch aus deutschen Kliniken ist zu hören, dass es aufgrund vieler verschobener OP’en eher gemächlich zugeht. Und Schweden, das eher milde Maßnahmen zur Infektionsbekämpfung einsetzt, schneidet international noch recht gut ab und wird sogar von der WHO gelobt. Keine Massen von Toten. Selbst aus den USA gibt es Berichte von Kliniken, die Mitarbeiter entlassen müssen, weil so wenig zu tun ist.

    Verschiedene Ärzte sehen bestimmte Behandlungsmaßnahmen von Infizierten auch kritisch. So steht die Intubation im Verdacht, Erkrankte schneller in das Jenseits zu befördern. Mittlerweile werden andere Behandlungsmaßnahmen erörtert. Denn es könnte sein, dass in manchen Fällen auch nicht das Virus den Tod verursacht hat, sondern die Art der ärztlichen Maßnahmen (dabei ist mir schon klar, dass ein Arzt eine Intubation nicht aus Spaß anordnet… dennoch müsste all das bei einer sauberen Analyse einer Pandemie berücksichtigt werden).

    Schließlich gibt es Faktoren wie Krankenhauskeime, an denen nach Schätzungen des RKI jedes Jahr Tausende von Menschen in Deutschland sterben.

    Die Frage bei den Corona-Toten ist also:
    Woran sind sie wirklich gestorben?
    War es das Virus?
    Oder der Herzinfarkt?
    Die falsche Behandlunsgmethode?
    Ein Krankenhauskeim?

    D.h.: eine Berichterstattung, die haupstächlich auf absoluten Zahlen basiert („Wieder 10 Tote mehr!“) und keine Hintergründe liefert, vermittelt mir kein Bild der Wirklichkeit.

    Vieles hängt daran, wie Statistiken geführt und publiziert werden. Sprich: Welche Meldungen bekommen wir vermittelt?
    So kommt als Toter in die Statistik der, der das Virus hatten. Ob die Person nun AM oder MIT dem Virus gestorben sind, wird nicht unterschieden. So wird es vom RKI gehandhabt und in zig anderen Staaten.
    Warum das relevant ist?
    Weil es uns etwas vortäuschen kann, was tatsächlich nicht existiert. Wer z.B. liest, dass es wieder 10 Corona-Tote mehr gibt, wird sich Sorgen machen. Wenn man aber wüsste, dass etliche von ihnen gar nicht AM Virus gestorben sind, sondern z.B. am Herzinfarkt, dann würde man die Sache differenzierter sehen. In Deutschland hat sich u.a. Dr.Püschel mit entsprechenden Obduktionen hervorgetan, die er entgegen der Empfehlung des RKI vorgenommen hat. Seine vorläufige Schlussfolgerung war sinngemäß die: Corona sei kaum gefährlicher als eine mittelschwere/schwere Grippe (d.h.: damit ist Corona nicht ungefährlich, aber eben auch nicht gefährlicher als die entsprechende Grippe) und womöglich werden wir kaum einen Unterschied in den Mortalitätsstatistiken im Vergleich zu den Vorjahren sehen können.
    Oder: aus den USA gibt es Berichte einzelner Ärzte, dass sie von den oberen Gesundheitsbehörden wohl empfohlen bekommen, auf den Totenschein im Zweifel Covid 19 als Todesursache zu schreiben.
    Nun, wenn aber nicht zwischen AM und MIT differenziert wird (oder gar wie in den USA die Weisung von oben kommt, im Zweifel Covid 19 als Todesursache zu benennen), dann entsteht ein schräges Bild.

    Ähnlich ist es mit der Falldefiniton zur Corona-Infektion: in Deutschland können Menschen als coronainfiziert in die Statistik aufgenommen werden, wenn ein Arzt anhand der bloßen äußeren Diagnose den entsprechenden Befund stellt (d.h. ohne Labortest – s.a. Empfehlungen des RKI). Selbstverständlich kann ein Arzt mit dieser Diagnose richtig liegen – aber auch ganz falsch.
    D.h.: Die Vermittlung der absoluten Zahlen in den Nachrichten hilft nicht wirklich weiter.

    Zudem fehlen mitunter die Relationen: die absoluten Zahlen der Infektionen helfen nur zum Verständnis, wenn wir auch wissen, wie oft getestet wurde. Die Zahlen vom RKI aus dem März kann man u.a. in ihren eigenen Veröffentlichungen finden. So gab es zum Ende März hin eine Verdreifachung der Testungen – und somit auch höhere absolute Zahlen. Doch, wenn man die Anzahl der Tests und die Zahl der Infektionen in das Verhältnis stellt, merkt man, dass es ab Mitte März – schon vor den Shutdown-Maßnahmen – kein exponentielles Wachstum mehr gab. Die Relationen blieben ungefähr gleich (je ca. 5-7% der Getesteten waren infiziert).

    Was tun?
    Nach der anfänglichen Bremse hätte die Bundesregierung das Infektionsschutzgesetz so anwenden müssen, wie es eigentlich gedacht ist: nämlich als Maßnahmenkatalog für die Erkrankten – und nicht für eine gesamte Bevölkerung. Erkrankte müssen in Quarantäne. Aber es gibt eigentlich keine rechtliche Grundlage dafür, ein ganzes Volk in das „Social Distancing“ zu schicken.
    Die bisherigen serologischen Studien, die Auswertung der Statistiken, die Beobachtungen der Infektionsverläufe bei Schifssbesatzungen usw. zeigen letztlich das gleiche: das Virus ist für Risikogruppen gefährlich. Diese müssen geschützt werden. Aber wir haben es nicht mit einer mittelalterlichen Pest zu tun, die einen Shutdown und die Beschränkung der Freiheitsrechte rechtfertigen würde.
    Dafür haben sich längst zig Virologen/Epidimologen stark gemacht oder weisen mit ihren Untersuchungen in diese Richtung (Wittkowski, Bhakdi, Püschel, Streeck, Ullum, Levitt, Oxford u.a.).

    So, ditt mal zum fachfremden Thema! 🙂

    Was die Jesus-Teams betrifft, sammle ich seit einiger Zeit meine Erfahrungen. Ein paar Teams durfte ich mitstarten und sie existieren… wiewohl durch die aktuellen Maßnahmen mitunter auch nur online. Nicht alle wollen sich live treffen.
    Ich überlege, wie ich helfen kann, dass insgesamt mehr Fokus auf die 2’er- und 3’er-Schaften kommt oder darauf, dass sich ja nun zwei Haushalte treffen dürfen.

    In meinem Kontext ist mein Eindruck der:
    Viele gehen auf Nummer Sicher und wollen sich lieber nicht live und vor Ort treffen. Die Angst vor Ansteckung ist zu groß. Oder etwas rechtlich falsch zu machen.

    Ich kann und will von „oben“ nichts befehlen. Dennoch will ich für die Jesus-Teams werben.
    Aber wie kann ich effektiv weiterhelfen?

    Das Vorleben versuche ich schon.
    Hin und wieder ein Youtube-Video dazu oder die Erwähnung in Predigten.
    Oder eben das Schreiben hier.
    Das Buch, was ich letztes Jahr veröffentlicht habe.

    Bissl ist da.
    Aber es kommt mir so wenig vor.

    Welche Tipps hast du für mich?

    Gott segne dich!

    1. Ich wiederhole mich mal: All diese Fakten sind mir durch die sogen. Leitmedien durchaus bekannt.
      Meine Erfahrung ist evtl. ähnlich wie deine. Zwar sind all diese Informationen abrufbar, die wenigsten aber sind bereit, diese in ihrer Komplexität zu betrachten. Bei Versuchen solche komplexen Zusammenhalte zu erläutern, steigen idR die Meisten recht früh aus und leihen ihr Ohr lieber populistischen Schlagzeilen 🙁
      Immerhin macht die Wissenschaft Fortschritte. So wurde jüngst erkannt, dass Blutgerinnsel bei den Sterbefällen eine sehr hohe Relevanz hatten. Womöglich lassen sich viel mehr schwer Betroffene auch durch weit höhere Gabe von Blutgerinnselhämmern retten.
      Eben, dieser Virus ist neu – anders als die versch. Grippen. Wir müssen erst Erfahrungen sammeln und Forschung betreiben. Gut möglich, dass Covid-19 in wenigen Jahren als gut behandelbar und damit als rel. harmlos eingestuft werden kann.
      Bis dahin müssen Regierungen aber mit dem arbeiten, was bekannt ist. Peinlich also, dass unserer Regierung schon seit einigen Jahren eine RKI-Studie vorliegt, die genau eine derartige Pandemie vorstellt, incl. der zu treffenden Maßnahmen und kaum einer sie kannte.
      Was aber passiert, wenn man als Politik meint, man könne eine solche Pandemie ignorieren, zeigen zB die USA und GB.

      ——

      Auf dem „Leiter-Blog“ kann man jüngst nachlesen, wie Pastoren und Gemeindeleitung zZt mit den Gegebenheiten umgeht. Sehr schlecht! Oh ja, sie geben sich Mühe mit ihren mehr oder weniger gelungenen GD-Streamings und Zoom-Meetings. Aber endlich verstehen, dass Jüngerschaft etwas anderes ist: Fehlanzeige 🙁
      Eine subjektive und selektive Beobachtung meinerseits: Googelt man zB nach Einkaufsdiensten in bestimmten Städten, werden idR viele aufgelistet. Vereinzelt auch kirchliche – aber so gut wie keine freikirchlichen. Nur ganz vereinzelt finde ich auf der Homepage von Freikirchen zB ein „Plaudertelefon“-Angebot. Aber sonst …
      Frage.: Wer hat hier genau was nicht verstanden? ….

      Aufgrund dessen, dass ich als chr. Lebensberater arbeite, habe ich wiederum zur Zeit gehäuft mit Menschen zu tun, die psychisch am Rand oder schon durch die Krise überfordert sind. Hilfe und Zuwendung durch Gemeinden? Fehlanzeige! Wo bitte sind sie denn alle, die Seelsorger?

      Gruß, Charly

      1. Danke für diesen Einblick.

        Ja, was das Corona-Thema betrifft, merke ich auch, wie schnell die Emotionen hochkochen. Zu Beginn dachte ich mit meinem Beiträgen auf Facebook, dass ich relativ sachlich einfach Fragen stelle, hinterfrage, laut nachdenke, auf Studien hinweise… wurde aber von Einzelnen schnell als „Aluhutträger“ betitelt und von einer Person „entfreundet“. Das hat mich echt getroffen, weil ich mit solchen Emotionen nicht gerechnet hatte. Es war schwer, auf einer möglichst sachlichen Ebene miteinander zu diskutieren, ohne, dass irgendjemand persönlich wurde und „Tiefschläge“ verpasst hat. Da habe ich gedacht: Facebook scheint für den sachlichen Dialog nicht gedacht zu sein – und bin aus Facebook ausgestiegen. Seitdem bin ich eher vorsichtig, wenn es darum geht, das Thema zu erörtern, wobei ich aktuell auch nicht völlig daran vorbei kann. Umso schöner, dass mit dir der Dialog möglich ist.

        Was die Seelsorge betrifft:
        Mich wundert es schon ein bisschen bei den Mitgliedern der Gemeinde, wo ich angestellt bin, dass es so wenig Seelsorgebedarf gibt. Es kann natürlich sein, dass ich selbst nicht jedermanns Seelsorgetyp bin, oder sie anderweitig versorgt sind. Es kann aber auch sein, dass die seelische Notwelle noch größer werden wird. Davon gehe ich fast aus. So bekomme ich durch Bekannte mit, wie es gerade an den Schulen zugeht. Erstklässler in Reih‘ und Glied, mit Abstand, Gesichtsmasken, eindringlichen Hinweisen zum Händewaschen… bis zu einem (hoffentlich) Einzelerlebnis, wo eine Mutter ihr Kind erst in die Arme nehmen wollte, nachdem es sich die Hände gewaschen hat. Mal schauen, was für eine Generation aufwachsen wird…

        Nun wissen wir nicht, wie wann was seitens der Regierung bestimmt werden wird. Aber es könnte sein, dass es – sofern es ähnlich weitergeht – irgendwann jeder verstanden hat, dass wir in einer „neuen Normalität“ angekommen sind. Sprich: Vergiss das bisherige Gemeindeleben – und das bisherige gesellschaftliche Leben! Die Karten werden neu gemischt…
        Sollte es sich so entwickeln und sollten dann mehr und mehr Menschen verstehen, was sich hier auch sozial, wirtschaftlich und seelisch entwickelt, könnte es sein, dass die Anzahl der Seelsorgebedürftigen rasant steigen wird.

  3. Ach so, zu: „Welche Tipps hast du für mich?“

    Ich muss frustriert feststellen, dass der vielversprechende Aufbruch zu Hausgemeinden und Einfache Gemeinde vor wenigen Jahren mittlerweile anscheinend völlig im Sande verlaufen ist. Immerhin gibt es seit dem ja schon wieder mehrere neue Wellen, auf die der hippe Christ längst aufgesprungen ist 🙁

    Mein Tipp ist einfach: Mühe dich, deinen Zuhörern weiter zu vermitteln, dass Christ zu sein nicht im Gottesdienst stattfindet, sondern im alltäglichen Leben. Ermutige dazu sich gegenseitig einzuladen, sich gegenseitig zu helfen, gemeinsames Gebet nicht nur am Sonntag zu praktizieren, etcpp. Aber das tust du ja alles schon. Beten wir also darum, dass Gott hörende Herzen schenkt.

    1. Danke für deine Tipps.
      Ich wünschte, dass „alle“ es verstehen würden. Es könnte sein, dass mit steigender Not auch die Bereitschaft für neue Wege wächst.

      Möglicherweise begegnen wir aber auch einfach unserem Menschsein mit den vielseitigen Reaktionen: Abwehr, Festhalten am Alten, Pioniergeist, Durcheinanderbringer, Reformwillige… alles dabei. Daher ist es meinerseits wahrscheinlich eine Illusion, dass „alle“ mitziehen werden. Muss ich noch verdauen.

      Das heißt praktisch für mich, dass ich die Unwilligen/Uneinsichtigen dennoch liebe und respektiere und da, wo möglich, Geschwisterschaft lebe. Dass ich aber meine Hauptanstrengung für die investiere, die mit solchen Jesus-Teams weiter wollen.

      Auch, wenn es mir schwerfällt, das zu bekennen, weil ich mitunter viel persönlichen Ehrgeiz haben kann: Aber letztlich ist Gott für die „Welle“ zuständig, kein Mensch kann sie produzieren.

      Aber trotzdem: m.E. liegt es auch an der Erkenntnis und der Gehorsamsbereitschaft im Volk Gottes, wie was wann passiert…

      puhh…..

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