8 Antworten auf „Die alten Wege der Kirche wiederentdecken in Corona-Zeiten“

  1. Hallo Dirk,
    ich kann recht gut nachvollziehen, worauf deine Gedanken hier aufbauen. Früher hätte ich dir zugestimmt. Doch heute nicht mehr vollumfänglich.
    Versammlungen, wie wir sie kennen, sind weder Gemeinde im NT-Sinn, noch echte Gemeinschaft. Geschweige denn Quell der Liebe und des Lebens Jesu.
    All das könnte die Versammlung sein, doch in Real ist sie das – wenn man genau hinsieht – extrem selten.
    Gemeinschaft im Sinne Jesu, funktioniert auch in Coronazeiten hervorragend. Tut sie es nicht, war sie auch davor schlicht nicht vorhanden.
    Wenn der Mangel an Veranstaltungen eine Gemeinde auseinander driften lässt, war sie schlichtweg bisher auch noch keine.
    Nicht nur in Maleachi teilt Gott mit, was er von Versammlungen ohne echte Nachfolge hält. In Amos findet ER diese markanten Worte über die frommen Versammlungen:
    Am 5:21 Ich hasse, ich verwerfe eure Feste, und eure Festversammlungen kann ich nicht mehr riechen: 22 Denn wenn ihr mir Brandopfer opfert, mißfallen sie mir, und an euren Speisopfern habe ich kein Gefallen, und das Heilsopfer von eurem Mastvieh will ich nicht ansehen. 23 Halte den Lärm deiner Lieder von mir fern! Und das Spiel deiner Harfen will ich nicht hören. 24 Aber Recht ergieße sich wie Wasser und Gerechtigkeit wie ein immer fließender Bach! (RevElb )

    Bei all dem will ich jedoch nicht verschweigen, dass es unter all dem Mangel immer wieder echte Jünger Christi zu finden sind. Diese sind allerdings nicht das Ergebnis der Versammlung, sondern sind eher auch noch vorhanden.

    Ich meine mehr und mehr, dass wir raus müssen, aus unserer Gottesdienst = Gemeinde-Vorstellung. Wir sollten neu verstehen, was NT-Gemeinde tatsächlich ist, um uns dann, dazu noch als Fest obendrauf, zu gemeinsamen Gottesdiensten zu treffen.
    Also nicht: Versammlung = Gemeinde und erzeugt Jünger
    Sondern: Jünger bilden Gemeinde, zeugen neue Jünger und neben allem was sie sonst als Gemeinde tun, kommen sie auch noch zu Gottesdiensten zusammen.

    Es sind nicht Krisenmaßnahmen die wg Corona beschlossen wurden, die der Gemeinde schaden. Es ist die falsche Vorstellung von Gemeinde, die in diesen Zeiten lediglich offenbar werden.

    1. Deine Aussage:
      „Sondern: Jünger bilden Gemeinde, zeugen neue Jünger und neben allem was sie sonst als Gemeinde tun, kommen sie auch noch zu Gottesdiensten zusammen.“
      Ich:
      AMEN!

      Deine Aussage:
      „Es sind nicht Krisenmaßnahmen die wg Corona beschlossen wurden, die der Gemeinde schaden. Es ist die falsche Vorstellung von Gemeinde, die in diesen Zeiten lediglich offenbar werden.“
      AMEN!

      Ergänzend dazu:
      Ich bin auch kein Fan von „Gottesdienst-Gemeinde“. Solche Treffen haben ihren Stellenwert, aber sie produzieren eben keine Nachfolger. Daher mein „AMEN“.
      Dennoch sehe ich den Sinn und die Richtigkeit in gemeinsamen Treffen (damit meine ich nicht die übliche Gottesdienstfeier, sondern Treffen von Nachfolgern).
      Allerdings muss dafür die Ausrichtung stimmen.
      Mein Eindruck ist der: Wenn es bei solchen Treffen wirklich um die bewusste Begegnung mit Gott geht sowie um die persönliche Betroffenheit (und nicht nur theologische Richtigkeiten), dann zeigt sich recht schnell, wer dabei sein will, und wem das zu persönlich ist.

      Wie sind diesbezüglich deine Erfahrungen?

  2. Meine Erfahrungen? Wohl ähnlich wie deine. Erstaunlich, wie sehr die Bereitschaft sich zB in Zweierschaften (wenn nötig im Park mit 2 Meter Abstand) zu treffen sinkt, wenn damit kein Gottesdienst verbunden wird.
    Verwunderlich? Wohl eher nicht. Ich habe an mir selbst erlebt, wie schwer dieser Paradigmenwechsel sein kann. Immerhin wurde mir das von der Bekehrung an, quasi schon mit dem Mutterbibelgrundkurs eingeflößt, dass der Gottesdienst das A & O sei. Das Gemeinschaft eben dort stattfindet. Heute, nachdem ich mich getraut habe, mal einen nüchternen Blick auf das alles zu werfen, bin ich dank Gott Ent-täuscht.
    Andererseits ist der teilhabende Konsum einer Veranstaltung auch leichter zu bewältigen, als zB den ganzen Tag darüber nachzudenken, was wohl Jesus zu der Situation gerade wohl denken würde 😉
    Es ist eben auch leichter auf der Straße nach Jemanden zu suchen, dem man evtl. die Beine wieder gleichlang beten kann, als sich langatmig mit Menschen auseinander zu setzen, die mehr konkrete Hilfe brauchen. (Ich weiß, sehr bissig, aber wahr, oder?) Also dem am Wegesrand, durch Räuber Zusammengeschlagenen ein Gebet im Vorbeigehen anbieten, statt sowas umständliches wie: Wunden versorgen, zu einem sicheren Ort bringen, für die weitere Versorgung sorgen, und sowas alles. … Ok, ok, ich tue gerade so manchen Christen Unrecht, die ja genau soetwas machen – also Menschen nachhaltig versorgen. Aber ich rede ja hier von dem, was wir Gemeinde nennen.

    Unser inneres Paradigma (Wikipedia: Ein Paradigma ist eine grundsätzliche Denkweise.) ist so sehr damit verfestigt bei Gemeinde sofort die Veranstaltungen vor unseren inneren Augen zu haben, dass Gemeinde anders zu denken schwer fällt, insbesondere, wenn es von mir mehr eigene Initiative verlangt.
    Sich mt Anderen zum Gebet zu treffen ist ja gut … solange es ja im allgemeinen Gottesdienstgeschehen eingebettet wurde … also auch von der Leitung empfohlen wird und mich nicht daran hindert zum Gottesdienst zu gehen.
    Sich mit anderen für Gemeinschaft, also Gemeinschaft einfach mal so, zu treffen, ist das nicht verschwendete Zeit? Obwohl … wenn Jesus uns in unserem Herzen tatsächlich maßgeblich bewegt, werden wir uns dann nicht über Ihn, die Bibel, Jüngerschaft, Gebet und Lobpreis auch bei einer „einfachen Gemeinschaft“ drehen? Hmm….
    Ja, und dann sollten wir evtl. sogar noch Zeit aufbringen um Fremden anzubieten, bei Bedarf zB für sie einkaufen zu gehen, Gräber zu pflegen, Rasen zu mähen oder einfach mal zuzuhören? Ja ist das denn dann noch eine geistliche Gemeinschaft von Jüngern? Naja … wenn man Jesus fragt schon. Steht aber üblicherweise nicht im Handbuch für Gottesdienste 😉

    Zur Ehrenrettung der Gottesdienste: natürlich haben auch die ihren Platz und sind nicht überflüssig. Nur so weit am Anfang der Prioritätenliste von Jüngern, sind sie fehl am Platz. Von daher kann ich für mich nicht das große Dilemma für die Gemeinde darin erkennen, dass zur Zeit Gottesdienst_versammlungen_ verboten wurden oder eingeschränkt sind. Können wir als Gemeinde doch Gott auf so viele anderen kreativen Weisen dienen 🙂

  3. Danke für deine Offenheit!

    Bei uns ist es so, dass es Online-Meetings gibt, wo bei Bedarf die Predigt/der Bibeltext erörtert werden kann, wo persönliche Anliegen ausgetauscht werden können, und dann gemeinsam gebetet werden kann. So sieht man mal ein paar Gesichter und bleibt irgendwie im Kontakt. Es hat aber nicht wirklich Dynamik.

    In wöchentlichen Online-Vorstandssitzungen wird die aktuelle Situation reflektiert und ggf. was entschieden.

    „Normale“ Gottesdienstfeiern mit den entsprechenden Hygieneregeln will die Mehrheit der Gemeindeleute nicht.
    Es gibt kaum Rückmeldungen zu den Jesus-Teams (Nachfolger-Teams).

    Das ist viel status quo. Mir scheint es, als würde die Mehrheit darauf warten, dass irgendwann die alten Zeiten wiederkehren. M.E. werden sie nicht wiederkehren. Ich glaube, dass die meisten noch nicht verstanden haben, was gerade passiert. Positiv gedacht: die Gemeinden haben gerade die Chance, sich und ihre Programme zu überdenken und Nachfolge Christi zu entdecken.

    Immerhin habe ich eine Handvoll Leute gefunden, die sich mit mir auf die Pirsch begeben wollen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer.

  4. Was genau heißt: die alten Zeiten werden nicht zurückkehren? Dass die Gottesdienste ohne Beschränkungen wieder stattfinden werden, steht m.E. außer Frage – das wird kommen. Wenn du meinst, dass nicht, wie begründest du das? Welches Interesse sollte unser Staat daran haben, Gottesdienste dauerhaft zu regulieren? Gerade, weil die Christen sich hier als sehr geduldig erweisen, hat der Staat keinen wirklichen Anlass.
    Ich würde mir so sehr wünschen, dass die Gemeinden aus dem allen lernen würden, doch meine Hoffnung darauf ist sehr gering.

    Zu der Frage der Gottesdienste eine weitere Frage: Bei der abwartenden Haltung so vieler Christen, die außer warten auf Normalisierung der Gottesdienste sonst nicht weiter tun, stellt sich mir die Frage, wem sie mit solchen Gottesdiensten eigentlich dienen? Wirklich Gott oder doch nur sich selbst? Wenn wirklich Gott – also wenn sie tatsächlich einen starken Drang haben Gott zu dienen, was genau hält sie jetzt davon ab, dies auf vielerlei Weise zu tun?

  5. Zu deiner Nachfrage:
    „Was genau heißt: die alten Zeiten werden nicht zurückkehren? Dass die Gottesdienste ohne Beschränkungen wieder stattfinden werden, steht m.E. außer Frage – das wird kommen. Wenn du meinst, dass nicht, wie begründest du das?“

    Zuerst glaube ich, dass die Kontakbeschränkungen erst dann vollständig entfallen, wenn es einen Impfstoff gibt. So sind bisher die Ankündigungen der führenden Politiker gewesen. Das kann noch bis in das nächste Jahr hinein dauern. Die Alternative ist, dass sie einräumen, dass das Virus doch nicht so superschlimm ist, was aber das Eingeständnis einer Fehldiagnose wäre. Deshalb vermute ich, dass es eben bis zum Impfstoff dauern wird.
    D.h.: noch mehrere Monate mit den aktuellen Hygienemaßnahmen/Regeln. M.E. ist es unmöglich, über diesen Zeitraum alle bisherigen „Schäflein“ zusammenzuhalten. Wenn es nächstes Jahr wieder normale Gottesdienstfeiern geben sollte, dann könnte es sein, dass diese zusammengeschrumpft sind.

    Manche genießen diese Zeit aber auch, weil es weniger Gemeindetermine gibt, und man die Predigt nebenher auf dem Balkon mit einer Tasse Kaffee in der Hand hören kann. Es könnte sein, dass nun einige auf den Geschmack kommen, und sich lieber Online-Dienste reinziehen, weil das bequemer ist. Wenn Kirche – wie zur Zeit dargestellt – auch online funktionieren kann, wieso sollte man sich dann wieder den alten Stress machen? (M.E. funktioniert Kirche in ihrer bisherigen Struktur nicht wirklich und auch online nicht.. ich stelle nur meine Beobachtungen dar)

    Dann wird die Frage sein, ob dieser Impfstoff freiwillig oder zwangsweise verabreicht werden wird. Je nachdem, könnte es auch Folgen für Gemeinden haben. Sollte es freiwillig sein, könnte der Betrieb wieder aufgenommen werden. Sollte er verpflichtend sein, würde ich überlegen, mich dem zu entziehen. Das könnte Folgen für meinen beruflichen Weg haben und damit für die konkrete Gemeinde. Zur Not finden sie einen anderen. Das wäre eine sehr punktuelle Veränderung, die nicht alle Gemeinden betrifft.

    So oder so habe ich den Eindruck, dass wir den „Gott der Gesundheit und des langen Lebens“ installiert haben. Das macht was mit dem Denken der Leute. Prioritäten werden anders gesetzt. Denn was ist, wenn jemand nicht geimpft wurde? Ist er dann ein Gefährder? Kann und darf so jemand mit Geschwistern zusammen sein? Wenn er seine Geschwister liebt, müsste er sich nicht impfen lassen? Das könnten Fragen sein, die hochkommen und was mit der Gemeinschaft der Christen machen. Kann es passieren, dass „Liebe“ fortan über das Geimpftsein definiert wird? Muss nicht, aber denkbar.

    Das Hygienebewusstsein ist nochmal gefördert worden, mit allem Guten und Zwanghaften daran. Bei uns wurde das Abendmahl aus einem Kelch serviert. Ich glaube nicht, dass der EINE Kelch wieder zum Einsatz kommt. Wenn, dann viele kleine Becher. Ich komme damit auch klar. Ist aber eine Veränderung zu damals.
    Und wer weiß, wie es mit gemeinsamen Essen wird. Früher brachten etliche die Speisen mit, stellten sie auf den Tisch, jeder konnte daran vorbeigehen und sich was nehmen. Menschen atmeten darauf, sprachen am Buffet miteinander, so dass Aerosole und evtl kleine Spuckfunken auf die Speisen fliegen konnten. Es könnte sein, dass Menschen in Zukunft darauf achten, solche Events zu vermeiden oder die Speisen besser zu schützen.

    Dann gehe ich davon aus, dass das SarsCov2 nicht das letzte Virus war. Es wird immer wieder welche geben, die zur Verunsicherung führen. Keine Ahnung, wie unsere Regierungen mit diesem Tatbestand in Zukunft umgehen wollen. Aber wenn es so weitergeht, müssen wir damit rechnen, dass es in Zukunft regelmäßig phasenweise Kontaktbeschränkungen geben wird. Auch davon wird Kirche betroffen sein.


    Du:
    „Bei der abwartenden Haltung so vieler Christen, die außer warten auf Normalisierung der Gottesdienste sonst nicht weiter tun, stellt sich mir die Frage, wem sie mit solchen Gottesdiensten eigentlich dienen? Wirklich Gott oder doch nur sich selbst?“

    Gute Überlegung!!!!
    All das muss natürlich kommen. Ich gehe aber davon aus, dass es Restwirkungen geben wird, die unsere Mentalität und den Umgang miteinander verändern, und somit auch zu einer anderen Art von Gemeindekultur führen können.

  6. D.h.: noch mehrere Monate mit den aktuellen Hygienemaßnahmen/Regeln. M.E. ist es unmöglich, über diesen Zeitraum alle bisherigen „Schäflein“ zusammenzuhalten. Wenn es nächstes Jahr wieder normale Gottesdienstfeiern geben sollte, dann könnte es sein, dass diese zusammengeschrumpft sind.

    Ja und? das offenbart lediglich, wie der Stand der Gläubigen jetzt schon ist. Ok, wenn man Gebäude und Gehälter aus Spenden zahlen muss, mag das relevant sein. Aber bei der auch sonst üblichen Fluktuation und Wanderung von Mitgliedern gerade in Freikirchen, wird sich das auch rel. schnell wieder ergeben.

    Das mit dem bequemen Predigtkonsum auf dem Balkon ist, sorry for that, doch nur ein Vorurteil. Wer so als Christ leben will, hat auch schon vor Corona ein Unmass an Angeboten diesbezüglich gehabt.
    Und was sagt es über dich aus? Ist anwesendes Publikum dir so wichtig? Oder doch die Verkündigung des Evangeliums zu jeder Zeit und Unzeit?

    Impfung verpflichtend? Aufgrund der Reaktionen in unserem Land, von Politik etc., ist das ein unwahrscheinliches Szenario. Schon alleine deshalb, weil es massiv gegen das Grundgesetz verstoßen würde. Vorsicht, man soll sich hier nicht von Populisten treiben lassen.
    Diese Folgefragen kann man auch bei jeder neu aufkommenden Grippe stellen. Tun wir aber nicht. Also warum gerade jetzt? Weil es Corona ist?

    Auch das mit der Hygiene wird sich normalisieren. Das beständig aufrecht zu erhalten widerspricht der Trägheit der Menschen.
    Btw.: Gab es auch vor Corona gute Argumente für die Einzelkelche. Dass alle aus einem Kelch trinken, ist zumindest keine biblische Vorgabe.
    Das auch Buffets mit Spuckschutzschirmen versehen werden sollten, ist eigentlich auch schon lange Thema in der Hygiene. Warum sich dann jetzt nur wegen Corona darüber einen solchen Kopf machen?

    Also SarsCov“ wird ganz sicher nicht das letzte Virus sein. Wer dies einschränken will, sollte zB massiv gegen das zunehmende Eindringen in die Urwälder stehen. Und gegen alle Formen von Billigkonsum, etcpp. Auch davon, dass man Medikamente aus Ländern (Indien zB) bezieht, wo die Abwässer dieser Firmen ungefiltert in die Flüsse abgelassen werden und so in immenser Art resistente Keine gezüchtet werden .. und und und.

    Ja, Gesellschaften werden mehr und mehr auf solche Gefährdungen reagieren müssen. Ergo sollte Gemeinde sich endlich darf besinnen, dass tolle Events noch lange keine echten Gottesdienste sind.

  7. Du:
    „Und was sagt es über dich aus? Ist anwesendes Publikum dir so wichtig? Oder doch die Verkündigung des Evangeliums zu jeder Zeit und Unzeit?“

    Nee.. 🙂 Live-Predigten strengen mich total an. Ich ziehe daraus keine Anerkennung, weil ich weiß, dass Predigten ganz viel auslösen oder bestärken: Kritik, Lob, Gleichgültigkeit… alles dabei. Darauf Anerkennung zu bauen, ist ein trügliches Unternehmen.

    Ich sehe es ja, was die Sichtweise auf die traditionelle Gemeinde betrifft, genauso wie du, wahrscheinlich in sehr weiten Teilen.
    Bei alledem will ich aufpassen, kein Richter zu sein.
    Denn es kann ja sein, dass es einem Nachfolger wirklich mal gut tut, auf dem Balkon sitzend, den Kaffee schlürfend, eine Online-Predigt zu hören. Fraglich ist nur: Ist das ein Dauerzustand?
    Gleiches gilt für die üblichen Gottesdienstfeiern oder manche Programme: Ja, manchmal helfen sie einem Nachfolger (oder der Nachfolger hilft den Menschen dort oder/und begegnet Gott). Aber auch hier: Ist das ein Dauerzustand?
    Dann werde ich kritisch.
    Wenn sich Christen gemütlich einrichten, sich hauptsächlich um sich selbst drehen… wie geschrieben: Es gibt Phasen im Leben, wo Internes geklärt werden muss… aber daraus ein System zu machen oder eine Dauereinstellung, das ist das, was im Kern gegen den Jesus-Weg ist. Diesbezüglich teile ich deine Auffassung.

    Zur Zwangsimpfung:
    Haben wir ja aktuell bei der Masernimpfung. Ohne Masernimpfung kein Schulbesuch. Und was jetzt schon alles politisch beschlossen und angekündigt wurde wegen SarsCov2, wurde zu meinem Lebzeiten mit keinem anderen Virus oder keiner anderen Krankheit gemacht. Das ist für mich ein Novum. Bislang zielen die Erklärungen darauf ab, dass es die Impfung nur freiwillig geben wird. Hoffentlich! Andererseits gibt es seit spätestens 2018 eine EU-Roadmap, wonach bis 2022 ein Immunitätsausweis europaweit eingeführt werden soll. Der soll z.B. länderübergreifende Reisen sicherer machen. Keine Ahnung, wie die Detailbestimmungen sein werden. Im worst case läuft es darauf hinaus, dass das Verreisen nur mit dem Immunitätsausweis geht. Das wäre kein Zwang, weil niemand muss normalerweise verreisen. Doch indirekt würde Druck ausgeübt werden. Deshalb denke ich da anders als du. Aber ich hoffe, dass du Recht behältst.

    Was die von dir angesprochene Trägheit des Menschen betrifft, auch im Blick auf Hygieneregeln: Ja, das mag wirklich so sein. 🙂

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