Empfangen

Die letzten Monate waren für mich selbst emotional sehr herausfordernd. Umso wichtiger wird mir das Empfangen. Aus der Ruhe zu kommen. Sich konsequent einen Ruhetag pro Woche zu gönnen. Grenzen setzen, um sich nicht zu überlasten. Das hat eine seelische Komponente. Eine körperliche. Aber auch eine geistliche.

Denn Jesus sieht in uns „Reben am Weinstock“ (Johannes 15). Reben am Weinstock hängen ab. Sie sind dauerhaft auf Empfang geschaltet, denn anders können sie nicht leben. Mit der Zeit wachsen sie. Sie bringen Frucht. Aber diese Frucht haben sie nicht selber produziert. Hier kann es nicht um Anstrengung gehen. Hier geht es um das Dranbleiben an Christus. Der Rest kommt von alleine.

Deshalb wird auch von der Frucht des Geistes (Galater 5) geschrieben. Es ist EINE Frucht (nicht viele Früchte). Und diese wächst aus der Verbindung mit Jesus: Liebe, Freude, Sanftmut uvm. Eine Frucht wächst langsam. Druck hilft gar nicht. Vielmehr geht es darum, gute Rahmenbedingungen zu schaffen: ausreichend Bewässerung durch den Heiligen Geist, viel Sonnenschein durch Gottes Liebe, immer wieder etwas Dünger durch das Wort Gottes und einen Schutzraum durch die Gemeinschaft mit anderen Jesus-Nachfolgern. Dann – nach und nach – gedeiht die Frucht.

Entsprechend ist auch die sog. „Heiligung“ zu verstehen.
Die richtig verstandene Heiligung bedeutet nicht, dass wir uns immer mehr zwingen müssen, etwas zu leben, was wir nicht sind und nicht können. Sondern „Heiligung“ heißt, dass wir prozesshaft durch, mit und in Christus verändert werden. Diese Veränderung können wir nicht durch Regeln und Gesetze bewirken. Das wäre der Versuch, den Christen aus dem damaligen Galatien angestellt hatten: sie hatten zwar mit der Gnade begonnen, dann aber versucht, wieder mit der Einhaltung des jüdischen Gesetzes weiterzumachen. Paulus verwies sie darauf, dass das nicht funktioniert.

Wie kann die Veränderung dann aber geschehen?

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