Corona-Regeln und die Kirchen – Gedankensplitter

Es scheint, als würden weite Teile der Kirchen/Gemeinden den Anweisungen der Regierung hinsichtlich der unterschiedlichen Corona-Regeln Folge leisten. Christen sind keine Rebellen. Wir achten die Autorität der Regierung. Und wir sind für das Leben und damit auch für die Gesundheit der Menschen. Keine Frage: wir wollen niemanden weh tun.

Auf der anderen Seite nehme ich eine gewisse Gedankenlosigkeit wahr. Denn:

Was machen diese Regeln mit uns? Mit uns als Menschen? Aber auch mit dem, was wir unter „Kirche“ verstehen?

Ich bin bislang selten auf Nachdenklichkeit gestoßen, viel mehr auf ein Hinnehmen der aktuellen Lage und Beschlüsse. Womöglich beruht diese mangelnde Reflektion auf der Hoffnung, dass dieses Corona-Szenario bald vorbei ist.

Meine Vermutung ist eine andere: Ich gehe eher davon aus, dass die jetzige Phase länger andauern wird als uns lieb ist. Und ich kann mir sogar vorstellen, dass nach Covid19 ein anderes Virus entdeckt wird, das wiederum Anlass sein wird, um die bestehenden Regelungen – mehr oder weniger – fortzuführen. Ich lasse mich gerne eines anderen belehren und lasse mich noch lieber positiv überraschen. Dennoch richte ich mich nach und nach auf eine „neue Weltordnung“ ein. Das war von Beginn der Krise an mein Bauchgefühl (auf das man nichts geben muss, weil es sachlich und naturwissenschaftlich wirklich kein ausschlaggebendes Argument ist… auf das Bauchgefühl hören…).

Bereits jetzt verändert sich Kirche, und Stärken als auch Schwächen werden deutlich. So ist diese Krise eigentlich eine Chance, damit Kirche lernen kann. Vor allem, wenn wir als Christen davon ausgehen, dass unser Gott um all das weiß, Er Seine Pläne durchsetzen wird und uns schließlich alles zum Besten dienen wird.

Eine der deutlichsten Veränderungen sind die offenkundigen: die Kirche taucht nun vermehrt im Internet auf. Online-Predigten, Gottesdienstfeiern als Livestream und Videochats gehören zur neuen Normalität. Sogar das Abendmahl wird zum Teil online „miteinander“ gefeiert. Ironie on: Wird es eines Tages auch Online-Taufen geben? Ironie off.

Ebenso deutlich wurde, welche kircheninternen Beziehungen existieren: Wer hat trotz Abstandsgebot mit wem Kontakt und pflegt Beziehung? Wer fällt unter den Tisch? Wo blühen Beziehungen auf? Wo schlafen sie ein – oder auch: Wo waren sie im Grunde nie wirklich vorhanden? Die Kirche als eine Bewegung der Gemeinschaft der Liebe: Inwieweit ist sie das? Die Krisenzeiten offenbaren es.

Es scheint mir, als würde Kirche aber immer noch um den Wunsch kreisen, möglichst bald wieder ganz normale Gottesdienstfeiern zu haben. Mancher wünscht sich das alte Programm zurück. Vielleicht wird auch deshalb versucht, das alte Format in das Internet zu ziehen: Jetzt findet die Gottesdienstfeier eben weniger analog statt, sondern digital.
Der Kern bleibt derselbe.
Nur der Rahmen hat sich bewegt.
Weiterhin hofft man, durch ein attraktives Angebot möglichst viele Menschen in den Saal bzw. vor den Bildschirm zu ziehen. Mental steckt da noch viel „Komm-Struktur“ drin. Die Herausforderungen bleiben die gleichen: analog konkurriert die Kirche mit Konzerten, Sport-Events, Brunch-Treffen, Spaziergängen und Ausschlafern. Digital konkurriert die Kirche nun mit Youtube-Stars, Netflix und dem üblichen Fernsehprogramm. Zwar ist die Hemmschwelle für Interessierte und Suchende digitalerweise niedriger (denn digital kann ich jederzeit wegklicken und muss mit niemanden tatsächlich in Beziehung treten), aber dafür dürfte auch der Grad der persönlichen Betroffenheit niedriger sein. Gestärkt wird nicht die Einstellung eines Jesus-Nachfolgers, sondern die Konsumentenhaltung: „Wenn mir diese Online-Gottesdienstfeier nicht gefällt, klicke ich halt eine andere an.“ Oder übertragen auf manch ältere Geschwister: „Ach, das mit der Internet-Predigt ist nicht meins. Ich schaue lieber den Fernsehgottesdienst.“
All das sind die üblichen Muster, nach denen Kirche weitgehend in den letzten Jahrzehnten, eher Jahrhunderten, gelebt hat.
Daher ist der kirchliche Eintritt in das digitale Zeitalter für mich keine tiefgehende Veränderung, kein wesentliches „Wir haben dazu gelernt!“, sondern die Fortführung des Bisherigen mit anderen Mitteln.

Dabei könnte uns viel verloren gehen.
Ein Beispiel:

Wie gestaltet man mit diesem Digital-Format oder auch den Abstandsregeln eine kirchliche Arbeit für Kinder und Jugendliche? Oder für Familien?


Es gibt Gemeinden, die sich auch hier völlig auf das Internet konzentrieren: die Kinderstunde gibt es nun auf dem Bildschirm.
Woanders wird der vorsichtige Direkt-Kontakt vor Ort gewagt: Man trifft sich, aber mit Maske, Desinfektionsspray und dem 1,5-Meter-Abstand.
Kontaktspiele, Bewegungsspiele und das gemeinsame Singen finden nicht statt. Es sei zu gefährlich.
Wenn das so weitergeht, könnte die Kirche eine Generation verlieren. Denn ein Kindertreff mit Still-Sitzen ist nicht sonderlich attraktiv. Und der Disney-Channel ist definitiv spannender als das Kinder-Digital-Angebot der Kirche.
Ist uns das bewusst? Dass wir gerade in Gefahr stehen, den Anschluss an Kinder und Familien zu verlieren?

Oder wie ist es mit dem gemeinsamen Singen?

Ich verstehe noch immer nicht, wieso das gemeinsame Singen mit Gesichtsmaske untersagt sein soll (so lautete bislang die kirchliche Ordnung in Berlin-Brandenburg). Aber wie dem auch sei: je länger dieser Zustand andauert, desto weniger lernen Kinder das Singen. Sehr zugespitzt gefragt: Wächst eine gesangslose Generation auf?
Kirchengeschichtlich frage ich: Wann wurde jemals der musikalische Lobpreis Gottes verboten? Bislang doch nur im Kontext der verfolgten Kirche, oder? D.h.: In Diktaturen oder ideologisch geführten Staaten.
Biblisch-theologisch muss ich auch fragen: Darf uns der gemeinsame Gesang verboten werden? Steht die Gesundheit höher als der gesungene Lobpreis Gottes? Und wie wollen wir das künftig handhaben, selbst bei angenommener Stilllegung des Virus? Wird es in der Erkältungs- und Influenza-Saison dann keinen Gesang mehr geben, weil man sich ja anstecken könnte?

Wie funktionieren Taufen mit Abstandsregelungen?
Wie funktioniert das Abendmahl, wenn keine Gegenstände herumgereicht werden dürfen?

Und wie entwickelt sich eine Kirche, die bereit ist, bei Virengefahr Sakramente, Gesang und Treffen auszusetzen oder so zu handhaben, dass diese inhaltlich verzerrt werden? Wer ist der Gott der Kirche?

Wenn ich so schreibe und frage, dann ist mir schon klar, dass ich zugespitzt formuliere. Aber das scheint mir auch nötig zu sein, weil ich für meinen Geschmack zu viel Gedankenlosigkeit und eine fast fatalistische Haltung in Kirchenkreisen wahrnehme.

So befürchte ich, dass Kirche in dieser Zeit nicht wirklich lernt und eine Chance verpasst. Möglicherweise wird sie nicht für das gewappnet sein, was kommen wird: eine stärker zerrissene Gesellschaft, bedingt durch politisch visionsschwache Leitung, bedingt durch stimmungsmachende Leitmedien, bedingt durch wirtschaftliche Zusammenbrüche… und vielleicht sogar bedingt durch eine weitgehend irrelevante Kirche.

Hoffnung hätte ich, wenn Kirche in diesen Zeiten darüber beten, denken und reden würde:

Wir brauchen zuerst ein erfrischtes Herz, geboren aus der gelebten Nähe Gottes.

Wir brauchen mutmachende Beziehungen zwischen Jesus-Nachfolgern, damit wir im Alltag im Sinne Christi leben können.

Wir brauchen ein Mitfühlen mit der Welt, das uns zu den Menschen und zur Schöpfung hinbewegt.

Die Form ist bei alledem nicht egal. Sie ist prinzipiell im Neuen Testament zu entdecken. Denn wie wir sehen: die Form macht was mit uns. Eine digitale Form wirkt anders als eine analoge Form. Eine zentrale Form wirkt anders als eine dezentrale. Eine programmorientierte Form wirkt anders als eine beziehungsorientierte. Welche Form soll die Kirche in Zukunft haben? Welcher Inhalt soll sie federführend bestimmen?

Mit der Gnade Gottes spielen

Gott ist gnädig. Das entspringt Seinem Wesen.

Aber selbst die, die die Gnade Gottes schmecken, verstehen kaum den Umfang der göttlichen Gnade. Sie mag zu hoch, zu tief, zu weit oder zu wenig präsent erscheinen.

Dennoch gilt die Gnade Gottes, offenbart duch Jesus Christus, Sein Leben, Seinen Tod und Seine Auferstehung.

Als begrenzte Menschen können wir daher sehr schnell und leicht mit der Gnade Gottes spielen. Wir können so denken und handeln wie „Gott vergibt mir ja schon!“. Wir können Gott so behandeln wie einen alten, zu gütigen Opi.

Dabei verkennen wir Seine Majestät. Seine Heiligkeit und Herrlichkeit.
Wenn uns das stets bewusst wäre, so würden wir erzittern.

Ja, wir können mit der Gnade Gottes spielen.

Doch das Wunder ist das:
Dennoch bleibt diese Gnade bestehen.
Sie gilt uns weiterhin.

Denn eine Gnade, die davon abhängt, ob wir sie richtig einschätzen und uns entsprechend verhalten, wäre keine Gnade, sondern eine von uns zu erbringende Voraussetzung, und damit gar wie der Versuch der Selbsterlösung.

Wenn wir mit der Gnade Gottes spielen, dann schmälert es nicht Seine Gnade für uns.
Aber wir selbst blockieren uns, um in der Gnade Gottes zu leben.

Was hoffentlich nicht passieren wird, aber denkbar ist und wie ich als Pastor damit umgehen will

Was hoffentlich nicht passieren wird

Es war ja absehbar: Durch die Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus leiden Menschen in vielfältiger Weise. Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, ruinierte Gewerbetreibende, Psychosen, Depressionen, vorzeitig Verstorbene durch verschobene Operationen… so in Deutschland und auch in vielen anderen Staaten weltweit.

Manche Regierungen bemühen sich, die Schäden durch Finanzspritzen zu minimieren, produzieren dadurch aber enorme Schuldenberge. Das wird womöglich die Inflation anheizen oder auch den nächsten Weltwirtschaftscrash beschleunigen. Weitere Folgen könnten sein: Währungsreformen, eine völlige Neuordnung von Eigentumsverhältnissen und weiterhin steigende Zahlen von Arbeitslosen und Wirtschaftsflüchtlingen.

Und all das, nachdem zig Studien aus diversen Ländern zeigen, dass die Letalität bei der Corona-Virusinfektion zwischen ca. 0,1-0,36% liegt, und die eigentliche Risikogruppe die über 80jährigen mit schweren Vorerkrankungen sind. Bei der absoluten Mehrheit der Infizierten gibt es keine oder nur milde Symptome. Die Statistiken aus verschiedenen Staaten zeigen oft das gleiche Bild (so nach einem Vergleich durch den Statistiker Isaac Ben-Israel, der 25 Länder verglichen hat): zu Beginn gab es eine exponentielle Entwicklung der Infektionen; doch unabhängig davon, ob ein Staat einen Shutdown gemacht hat oder nur mäßige Maßnahmen ergriffen hat, verlief die Kurve immer ähnlich, denn sämtliche Kurven tendieren mittlerweile deutlich nach unten. Die Infektionen sind seit längerem rückläufig. Im Grunde wie bei einer Grippe (bitte beachten: ja, auch ein Grippevirus ist gefährlich und kann Menschen töten – und tut das jedes Jahr!).

Solche Informationen bekommt man oft nicht bei den sog. Leitmedien, sondern man muss schon viel recherchieren. Manche Menschen tun das auch. Und sie fangen an, sich zu ärgern, weil sie die Beschneidung ihrer Freiheitsrechte sowie die wirtschaftlichen, psychischen und letztlich auch gesundheitlichen Folgen nicht verhältnismäßig zur Gefahr des Virus sehen.
Und leider muss damit zu rechnen sein, dass die Shutdown-Aktionen womöglich den weltweiten Hunger und entsprechende Tote einfordern werden. Gewiss würden viele Menschen anders denken, wenn sie in ihrem Bekanntenkreis etliche Virus-Tote zu beklagen hätten. Doch da das zumeist nicht der Fall ist, erscheinen die Regierungsanordnungen eben unverhältnismäßig. Tatsächlich werden einige Verordnungen längst von ehemaligen Verfassungsrichtern oder noch tätigen Juristen als verfassungswidrig deklariert – und hier und da werden die Verordnungen von Gerichten kassiert. Da es aber seit spätestens 2018 eine Roadmap auf EU-Ebene für die Einführung eines digitalen Impfnachweises gibt, ist davon auszugehen, dass das jetzige Virus dafür wie die Welle ist, die ein Surfer braucht.

Manche Menschen, die all das bewusst wahrnehmen, und nun für unsere Verfassung auf die Straße gehen, mögen Spinner sein. Rechte oder Linke. Aber es gibt mindestens noch mehr normale Menschen, die sich um unsere Gesellschaft sorgen und darum, wie die Bundesregierung agiert. Doch seit Tagen werden diese Demonstranten wiederum von einigen Leitmedien in die Ecke der „Impfgegner, Corona-Leugner, Verschwörungstheoretiker und Nazis“ gestellt. Abgesehen davon, dass solche Aussagen sehr pauschal sind, spielen sie mit dem Feuer. Wenn diese Berichterstattung so weitergeht, dann werden – auch durch die Macht diverser Medien – neue Fronten in der Gesellschaft geschaffen. Statt sachlich und möglichst nüchtern über das Geschehen zu berichten, wird sogleich in Schubläden eingeteilt. Das ist Gift für unseren Zusammenhalt.

Ich hoffe, dass die vielen Verantwortungsträger noch die Kurve bekommen. Denn ansonsten wird es in unserem Land alsbald ungemütlich werden.

Wer sich mit den vorhandenen Studien zum Corona-Virus beschäftigt hat und die Zahlen der letzten Monate aus den verschiedenen Ländern betrachtet hat sowie die regionalen Besonderheiten berücksichtigt hat, könnte dafür plädieren, die allermeisten Beschränkungen unserer Grundrechte wieder aufzuheben. Vielleicht wäre das eine Möglichkeit, um den gesellschaftlichen Konflikt nicht zu befeuern. Natürlich alles unter Beachtung des Händewaschens und des Niesens in den Ellenbogen (denn die Wirksamkeit von Gesichtsmasken ist nur in sehr bestimmten Fällen sinnvoll).

Wie ich als Pastor damit umgehen will

Eigentlich fühle ich mich ja als ein normaler Mensch, der das Glück hat, Gott im Leben zu haben. Doch immer wieder stelle ich fest, dass ich durchaus eine Person des öffentlichen Lebens bin. Lange nicht so öffentlich wie viele andere. Und doch gibt es Einzelne, die mich direkt oder indirekt ermahnen: „Du bist doch Pastor! Bleib‘ bei deiner Kernaufgabe und mische nicht in fremden Fachgebieten mit!“

Ich fühle mit solchen Äußerungen reduziert. Darf ein Pastor keine gesellschaftspolitische Meinung haben? Zumal dann, wenn es um unsere Freiheitsrechte – und damit auch um das Grundrecht auf Religionsfreiheit – geht!? Kann sich ein Pastor nicht auch in ein Thema einarbeiten, vor allem dann, wenn er merkt, dass es ihn selbst und die Gemeinde direkt betrifft? Und haben wir als Deutsche in Anbetracht unserer Geschichte nicht sogar die Pflicht, besonders kritisch zu sein, wenn die Verfassung geschwächt wird? Und sind wir nicht auch genötigt, uns mit der Sache auseinanderzusetzen, wenn jetzt schon absehbar ist, welche globalen Tragödien sich abspielen können – weniger aufgrund des Virus, sondern vielmehr wegen der jeweiligen Maßnahmen!?

Tatsächlich hatte ich überlegt, mich offensiv politisch zu betätigen, bin aber nach Gebet zum Ergebnis gekommen, das jetzt nicht zu tun. Nicht, weil die politische Betätigung sinnlos wäre – im Gegenteil -, sondern weil ich schlichtweg einen anderen Weg für mich sehe. Dabei habe ich auch Fluchtgedanken. Bloß raus aus dieser Situation. Weit weg, in ein anderes Land! Zugleich die Ahnung, dass ich hier noch gebraucht werde. Ebenso, wie viele andere auch gebraucht werden.

Die Zeit für Jesus-Teams

Konkret weiß ich, dass die Zeit der kleinen Jesus-Teams gekommen ist. Aus biblisch-theologischer Betrachtung und der Beobachtung herkömmlicher Kirchen/Gemeinden heraus ist das schon länger meine Überzeugung. Nun muss es praktisch werden!

Mittlerweile ist es in Berlin legal, dass sich Mitglieder von zwei Haushalten treffen dürfen. Das ist die offizielle Einladung dafür, mit Jesus-Teams zu starten. Ich vermute, dass das der einzige Weg sein wird, um Gemeinde vor Ort zu leben. Gewiss kann eine Gemeinde auch den „2-Meter-Gesichtsmasken-Gottesdienst“ durchführen, ohne Abendmahl und ohne gemeinsamen Gesang. Das mag punktuell sehr wertvoll sein. Doch die Frage muss gestellt werden: Was ist das für ein Gemeindeleben? Was ist das für eine Jesus-Nachfolge? Was soll die Frucht davon sein? Und inwiefern entspricht es Gott?

Es führt nichts daran vorbei, dass wir den Live-Kontakt vor Ort brauchen. Den vertrauten Rahmen. Das gemeinsame Gebet. Die Anbetung Gottes. Das Studieren von Gottes Wort. Die gegenseitige Ermutigung. Und die bewusste Aussendung in den Alltag und diese Welt hinein.

Natürlich werden sich daran nicht alle Christen beteiligen. Zu viele haben Angst vor Ansteckung oder davor, andere anzustecken. Diese Geschwister dürfen wir nicht bedrängen. Man darf sie einladen, aber sie sollen selbst vor Gott entscheiden.

Doch nun suche ich die Willigen und Vorbereiteten.

Denn ich kann die Online-Video-Chats kaum noch aushalten. Ich entwickle eine Bildschirmallergie. Mir wird es zunehmend zuwider, passiv eine Verordnung nach der anderen abzuwarten, bis dann der „erlösende“ Impfstoff verfügbar ist. Nein – die Gemeinde Jesu muss vorher aktiv sein. Im Kern sind wir nicht die zurückhaltenden, soften Reagierenden. Sondern durch Christus sind wir die Priester und Erlösten. Die Säulen der Wahrheit und der Tempel Gottes. So haben die Nachfolger Jesu immer Wege gefunden: in den Katakomben, in Wohnzimmern, auf einsamen Waldlichtungen oder zweisam bei einem Gebetsspaziergang. Das ist die Jesus-Bewegung.

Und deshalb will ich solche Jesus-Teams fördern.

Denn unsere Gesellschaft wird noch viele Beter, Versöhner, Wahrheitsliebende, Gerechtigkeitskämpfer und Friedensstifter brauchen! Wir sollten vorbereitet sein.

Auf was wartet die Gemeinde in Corona-Krisen-Zeiten?

Die Corona-Krise (besser formuliert: die entsprechenden Maßnahmen seitens der Regierung) verlangt uns viel ab. Hinsichtlich der Kirchen und Gemeinden ergeben sich Fragen. Möglicherweise auch existentielle Fragen.

Aktuell warten wir eine Verordnung ab, dann den nächsten Beschluss, eine weitere Vereinbarung… So geht das seit ca. Mitte März 2020. Sehr viele Gemeinden scheinen sich in den vergangen Wochen ruhig und angepasst verhalten zu haben. Man hat das gemacht, was die Regierung angewiesen hat.

So bemühten sich die Gemeinden, kreativ zu werden, um anderweitig „Gemeinde“ zu verkörpern: durch Online-Predigten, Online-Gottesdienstfeiern, Video-Chats, Telefonate, Telefon-Predigten… und mit den ersten gesetzlichen Lockerungen gab es einige Gemeinden, die nun versuchen, Gottesdienstfeiern vor Ort durchzuführen: mit dem entsprechenden Abstand von ca. zwei Metern, u.U. mit Gesichtsmaske, ohne gemeinsamen Gesang und ohne das wie übliche zelebrierte Abendmahl. Bilder solcher Veranstaltungen wirken sehr befremdlich.

Wie lange können und wollen Gemeinden das mitmachen?
Oder zugespitzt gefragt: Wie lange dürfen wir mitmachen?


Wer stellt sich hier die Frage: „Gott, was willst du?“

Noch erlebe ich vor allem die letzte Frage sehr selten unter den Christen, die ich kenne. Wie erwähnt: Man folgt den Anweisungen der Regierung.

Aber was will Gott in alledem?

Das muss doch die Frage sein, die uns am meisten bewegt! Beten wir denn nicht: „Dein Wille geschehe… dein Reich komme“!? Ist unser Bekenntnis denn nicht: „Jesus ist mein Herr und Erlöser“!?

Ihn müssen wir zuerst fragen – und Ihm dann auch Folge leisten. Das ist unser Glaube.

Was will Gott?

Wie ich schon geschrieben hatte, stehen wir als Christen in der Spannung zwischen „Seid der Obrigkeit Untertan“ und den Weisungen Gottes „Versammelt euch zur gegenseitigen Ermutigung“ beziehungsweise „Geht hinaus in die Welt“. Welches Gebot gilt mehr?

Bei solchen Überlegungen stoßen wir unweigerlich auf unsere Prägungen und Gedankenwelten. Will sagen: Unser Bild von Gemeinde und Gottesdienst leitet uns.

Wer bisher unter „Gemeinde“ das Gemeindehaus und die sonntäglichen Gottesdienstfeiern mit Predigt, Musik und einer gewissen Liturgie verstanden hat, wird alles Weitere eben daran messen: „Wann können wir endlich wieder diese Art der Versammlungen haben?“

Auch manche Hauskirchen dürften ähnliche Messlatten anlegen: „Wann dürfen wir uns wieder als Hauskirche im Wohnzimmer treffen?“

Ganz nüchtern geantwortet: Vielleicht erst in einem Jahr!

Erst in einem Jahr wieder das „normale“ Gemeindeprogramm?

Denn genau das sind die Ansagen der letzten Wochen gewesen: Erst, wenn ein Impfstoff für alle vorhanden ist, und eine Corona-App angewendet wird, können wir wieder in die Normalität zurückkehren (ich ergänze kritisch und provokant: … dann können wir wieder unsere Grundrechte umfassend wahrnehmen). Sollten Impfstoff und App tatsächlich das Ziel sein, dann müssen wir uns tatsächlich auf ca. ein Jahr (vielleicht auch länger) einstellen. So lange wird es keine üblichen Gottesdiensfeiern geben. Und Hauskreistreffen nur dann, wenn es zwischendurch gesetzliche Lockerungen geben sollte. Allerdings kann auch das passieren: dass die Zügel wieder enger gezogen werden, mit der Folge, dass Gottesdienstfeiern doch zeitweilig untersagt werden.

Frage: Darf das von Gott her sein, dass wir mindestens ein Jahr lang so als Christen leben? Ist das der Wille Gottes?

Von der Bibel wissen wir das:
1. Gelebte Gemeinschaft gehört zu unserem Wesenskern als Christen („Gemeinde“).
2. Und auch das: eine Gemeinschaft, die anderen hilft, ebenfalls den Frieden mit Jesus Christus zu finden („Mission“).
Es gibt keine Alternative für uns. Ansonsten würden wir unseren Glauben nicht mehr leben.

Wie können wir das umsetzen? Und zwar pro-aktiv und nicht nur auf neue Regierungsbeschlüsse wartend!?


Die Prinzipien Gottes für Gemeinde

Um den weiteren Weg klarer zu sehen, gibt uns Gottes Wort Orientierung. Wenn wir genauer hinschauen, dann entdecken wir gerade in der Corona-Krise, wie festgefahren unsere Vorstellungen von Gemeinde sein können.

Denn die Bibel zeichnet uns nicht das Bild vom Gemeindehaus plus einer sonntäglichen Gottesdienstfeier, die liturgisch gut vorbereitet ist, und einem Gemeindeprogramm, das den Bedürfnissen von Kindern, Jugendlichen und Senioren gleichermaßen gerecht wird!

Es gibt keine besonderen biblischen liturgischen Vorschriften für die Versammlung von Christen. Manche deuten das dann so, dass wir also unsere Liturgien hineinlegen können und sollen. Es könnte aber anders herum sein: In der Bibel gibt es keine liturgischen Vorschriften, WEIL ES NICHT UM LITURGIE GEHEN SOLL!

Aber um was dann?

Es geht um das Miteinander vor Gott. Es geht um die Begegnung zwischen den Nachfolgern Jesu. Sie ermutigen einander mit unterschiedlichen Gaben, damit sie weiterhin als Nachfolger Jesu im Alltag leben können. Dieses Zusammensein soll von Liebe geprägt sein. Es soll auf Augenhöhe geschehen. Ohne „Zeremonienmeister“, da wir untereinander Geschwister sind, wir alle als „Priester und Könige“ beauftragt sind, und wir nur einen Meister haben: Jesus Christus.

Wenn es im Kern um die Liebe geht (die Liebe von Gott zu uns, unsere Liebe zu Ihm, unsere Liebe füreinander, und so liebend in die Welt hinein), dann kann und darf es gar nicht um feste Abläufe gehen. Denn feste Abläufe (Liturgien) existieren irgendwann um ihrer selbst willen. Der einzelne Mensch taucht darin nicht auf. Gewiss können Ordnungen und Abläufe helfen. Aber in der Praxis ermöglichen sie es in der Regel nicht, dass der Einzelne zu Wort kommen kann. Wenn aber der Einzelne nicht zu Wort kommen kann, kann er nicht gehört werden. Wird er nicht gehört, taucht er im Grunde nicht auf. Ein gegenseitiges Ermutigen ist auf diese Weise unmöglich. Da herkömmliche Gottesdienstfeiern also oft einem bestimmten Schema folgen und in der Regel auf die Aktion von Wenigen setzen, behindern sie das gemeinsame Reden und Hören, was wiederum kein Zeichen der Liebe sein kann. Kurzum: unsere herkömmlichen Gottesdienstfeiern stellen ein Programm dar, das mal hilfreich sein kann, aber mal auch nicht. Hingegen muss eine Versammlung von Geschwistern vor Gott, die in Liebe geschieht, Raum und Zeit haben, damit Einzelne gehört werden.

Interessanterweise entspricht dieser Befund der Erfahrung, die ich zur Zeit mit Online-Gottesdiensten mache. Die willigen und fähigen Christen schalten sich in den Video-Chat ein. Auf dem Bildschirm tauchen alle Gesichter auf. Wir sehen nicht nur den Rücken des anderen, sondern wir können einander anschauen. In diesem Format findet Öffnung statt. Hier redet nicht nur einer, sondern alle dürfen Erkenntnisse und Erlebnisse austauschen. So wird auch miteinander gebetet. Diese Video-Gottesdienste sind im Kern höchst dialogisch. Es ist mehr Miteinander als wir es bei einer üblichen Gottesdienstfeier hätten. Und ich behaupte daher sogar das: Damit entsprechen wir mehr der Gemeinschaft, die Gott sich für uns gedacht hat.

Könnte es sein, dass wir gerade etwas entdecken, was Gott schon immer für uns wollte?

Nun können Online-Gottesdienste, so dialogisch sie sind, aber nicht jede Form von Gemeinschaft abdecken. Gemeinsamer Lobpreis ist nicht wirklich umsetzbar; gemeinsames Abendmahl am Bildschirm erscheint wie ein Knäckebrot im Vergleich zu einem saftigen, gut belegten Vollkornbrot. Und all das, was Beziehung und Gemeinschaft ausmacht, kann so nicht stattfinden: die Taufe, das Handauflegen, die Umarmung (geschweige denn der „Bruderkuss“ 🙂 ).

Daran merken wir: Online-Treffen offenbaren Schätze, die Gott in Seine Gemeinde gelegt hat. Aber sie sind kein Ersatz für die direkte Gemeinschaft vor Ort.

So oder so: Wir kommen nicht an der gelebten Beziehung vor Ort vorbei. Diese gehört zu unserem Christsein.

Dabei hat uns Gott in der Bibel längst gezeigt, wie diese Gemeinschaft gelebt werden kann: „Wo sich zwei oder drei…“.

Das Plädoyer für Gemeinde in Corona-Zeiten

Die Antwort ist die kleinste Kleingruppe, die es gibt: eine Zweier- oder auch Dreierschaft!

,So hat Jesus Seine Leute missional geprägt: Er sandte sie zu 2. in Dörfer und Städte. So hat Er selbst intensive Gemeinschaft gelebt: Indem Er drei der Apostel zu Seinem engeren Freundeskreis zählte (Petrus, Johannes, Jakobus). Diese kleinen Mannschaften sind Gemeinde im Mini-Format. Sie brauchen kein Gemeindehaus. Sie brauchen keine Liturgie. Sie brauchen keinen angestellten Pastor. Stattdessen sind sie füreinander da. Jeder taucht darin auf. Jeder ist wichtig. Es gibt nur einen, der über ihnen steht. Sie sind sehr flexibel. Sie können sich schnell an Veränderungen anpassen. Sie agieren dezentral. Ihre Kommunikation ist individuell und personenmäßig überschaubar. Diese Beziehungen der Liebe Gottes sind wie die Familien in einem Staat, das menschliche Rückrat der Gemeinde Jesu. Ohne sie ist jede Gemeinde schwach und droht einzugehen. Aber mit diesen Zweier- und Dreierschaften entwickelt jede Gemeinde starke Beziehungen und blüht auf.

Könnte es sein, dass Gott uns das gerade beibringen will?

Könnte es sein, dass wir gar nicht auf das „normale“ Gemeindeprogramm warten sollen? Könnte es sein, dass wir gar nicht auf die üblichen Gottesdienstfeiern hoffen sollen?

Könnte es sein, dass Gott uns gerade die Chance gibt, wieder zu der Jesus-Bewegung zu werden, nach der Er sich immer gesehnt hat?

Darin sehe ich die Entwicklungsmöglichkeit für Gottes Volk in diesen Wochen und Monaten. Deshalb ist mein Plädoyer das: Sucht Euch diese Teams! Bildet 2’er- oder 3’er-Gruppen! Seid ganz bewusst mit Jesus unterwegs. Trefft Euch zu Spaziergängen oder im Garten. Zur Not mit Regenschirm und dicker Jacke. Tauscht Euch aus. Betet füreinander. Nehmt Euch bewusst vor, den anderen ehrlich zu ermutigen. Singt Loblieder für Gott. Feiert das Abendmahl. Lest zusammen in der Bibel. Und vor allem das: Bleibt dabei, auch, wenn es eines Tages wieder die üblichen Gottesdienstfeiern geben sollte. So hilfreich diese mal sein können – sie werden nie das ersetzen, was Ihr als Jesus-Team gelernt habt!

Hier findest einige Hilfen, um ein Jesus-Team zielgerichtet zu starten:
Youtube – Jesus-Teams


Corona-Krise: Seid der Obrigkeit Untertan!

Christen sind nicht wirklich Revoluzzer.

Gottes Wort weist uns an, die Gesetze der Regierung zu achten und diese zu befolgen. Begründung: die Regierung hätte keine Macht, wenn sie nicht von Gott zugelassen wäre.

Das gilt auch in Corona-Krisen-Zeiten: Wenn die Regierung (u.U. verfassungswidrige) Gesetze erlässt, halten wir uns als Christen dennoch daran. Wenn – aktuell wegen des Gesundheitsschutzes – wir uns nicht versammeln dürfen, dann folgen wir der Regierung.

Ist das so?

Es gibt Grenzen des Gehorsams gegenüber der Regierung.

Als Christen glauben wir, dass unser König mächtiger ist als jede menschliche Regierung. Letztlich wird sich jede Regierung vor Jesus Christus, dem wiederkommenden Sohn Gottes, Erlöser und Richter beugen müssen und Rechenschaft abgeben müssen über ihr Handeln.

Als Christen glauben wir, dass Gottes Reich durchbricht. Das ist zuerst ein geistliches Geschehen und kein Parteiprogramm. Dennoch hat es eine zutiefst politische Dimension, weil wir dafür beten, dass Gottes Herrschaft kommen soll – und nicht eine menschliche.

Das heißt: Wir sind zuerst Gott und Seinen Geboten verpflichtet und nicht zuerst den Gesetzen einer irdischen Regierung. Nur, weil Gott gebietet, dass wir der Regierung Untertan sein sollen, deshalb achten wir das irdische Regierungshandeln.

Dahinter stecken auch diese Fragen: Wen ehren wir mehr? Wen fürchten wir mehr?

Gott? Die Regierung? Einen Virus?

Das sind tiefgehende, persönliche Fragen – aber auch Fragen an das Volk Gottes weltweit.

In der jetzigen Corona-Krisen-Zeit kommen wir als Christen (wahrscheinlich gleichermaßen wie Moslems und Juden) in eine Spannung: Einerseits sollen wir die Gesetze der Regierung achten, welches heißt „Versammelt Euch nicht!“.

Andererseits sollen wir uns nach Gottes Gebot versammeln… und weitere Menschen dazu sammeln (s.a. Mt 28,18 ff. u.a.).

Welches Gebot gilt nun mehr?

Das Gesetz der Regierung zu achten oder das Gebot, sich als Leib Jesu zu versammeln?

Die Antwort dürfte komplex ausfallen.

Denn anders als in den Situationen der verfolgten Kirche, agiert unsere Regierung aktuell ja nicht ausdrücklich gegen die Christen. Die Regierung ist nicht für immer und überhaupt gegen Gottesdienstfeiern und ähnliche Treffen. Die Regierung arbeitet daran, solche Treffen in einer bestimmten Form wieder zu ermöglichen. Das Versammlungsverbot gilt allen Menschen. Die Begründung ist die des Gesundheits- und Lebensschutzes von Menschen. Hinter diese Begründung können wir uns als Christen ausdrücklich stellen. D.h.: Um Menschenleben und ihre Gesundheit zu bewahren, können wir auf christliche Versammlungen verzichten.

Eine zeitlang.

Denn schon jetzt ist der Wesenskern unseres christlichen Glaubens berührt, vielleicht sogar verletzt. Unser dreieiniger Gott ist ein Gott der Gemeinschaft. Er schuf die Menschen zur Gemeinschaft hin. Er will, dass wir in Liebe und im Frieden miteinander sind, andere zu diesem Gott einladen und weitere Treffpunkte starten, damit sich noch mehr Gottesmenschen treffen können. Unsere Treffen verkörpern also einen wichtigen Teil dieser Gottes- und Christengemeinschaft. Ohne diese Treffen können wir unseren Glauben auf Dauer nicht leben. Dabei spielt die Anzahl der Gläubigen vor Ort zunächst keine ausschlaggebende Rolle: Ob wir uns zu 3. oder zu 300 treffen, ist nicht der Maßstab. Aber der entscheidende Aspekt ist der: DASS wir uns mit anderen Glaubensgeschwistern und Interessierten am Glauben treffen können. Diese Möglichkeit zu entziehen, geht zentral gegen den christlichen Glauben. Und nebenbei: Damit geht es zentral gegen das verfassungsmäßige Gesetz der Religionsfreiheit.

Was tun?

Das Problem in der Exegese ist, dass uns die Bibel keinen vergleichbaren Fall schildert. Aus der Bibel kennen wir Fälle, wonach Christen vertrieben worden sind und Versammlungen angegriffen worden sind. Doch es ging stets gezielt gegen „die“ Christen, und es handelte sich nicht um Verfügungen, die die Allgemeinheit betrafen. In diesen Verfolgungssituationen wurde den leidenden Christen zugesagt, dass sie das Leid ihres Herrn erfahren und sich darüber glücklich schätzen dürfen. Deshalb ertrugen viele Christen dieses Leid und wehrten sich nicht gegen die Maßnahmen. Mitunter verschwanden sie im „Untergrund“ und trafen sich heimlich – so wie die verfolgte Kirche auch heutzutage. Doch eben diese Erlebnisse sind nicht mit der aktuellen Corona-Krise gleichzusetzen.

Wir haben also zwei widerstreitende Gebote Gottes („Seid der Obrigkeit Untertan“ vs. „Versammelt Euch, pflegt Gemeinschaft und sorgt dafür, dass weitere solcher Treffen stattfinden“) und kein biblisches Fallbeispiel, an dem wir uns orientieren könnten.

Damit haben wir als Volk Gottes umso mehr interne Spannungen. Während die einen die Gesetze der Regierung achten wollen, wollen sich die anderen dennoch treffen. Und beide Gruppen können sich auf Gottes Wort stützen.

Das Risiko dabei ist, dass sich das Volk Gottes in dieser Phase trennen kann. Dabei wissen wir als Christen: „Erkenntnis ist Stückwerk!“. Und: „Die Stärkeren sollen die Schwächeren mittragen!“. Und: „Die Liebe ist das Höchste!“.

Wir sind also auf die ganz wesentlichen, aber allgemeinen Weisungen Gottes zurückgeworfen: Liebe Gott und den Nächsten wie dich selbst!

Oder vielleicht etwas handhabbarer gefragt: Was würde Jesus tun?

Ein hilfreiches Kriterium können die „Schwächeren“ sein.

Als Christen sind wir aufgefordert, auf die Schwächeren Rücksicht zu nehmen, ohne uns von ihnen dominieren zu lassen, weil nicht sie unser Herr sind, sondern nur Christus allein.

Aber wer sind „die Schwächeren“ jetzt?

Sind es die, die Angst vor einer Ansteckung haben?

Die, die zur Risikogruppe der Älteren und Vorerkrankten gehören?

Sind es die, die als Single, Witwe und Witwer, als Alleinerziehende oder als schutzloses Kind in einer instabilen Familie gerade sozial und psychisch verkümmern?

Sind es die, die aufgrund mangelnder Live-Kontakte in Depressionen rutschen?

Sind es die, die ohne Gemeinschaft vor Ort in ihrem Glauben Schiffbruch erleiden?

Wer „schwächer“ ist, beurteilt sich normalerweise im jeweiligen Kontext, also in einer konkreten Beziehung. Hier aber stehen wir nicht vor einer konkreten Beziehung, sondern vor einer Vielzahl ganz unterschiedlich gelagerten Beziehungen – eben vor den gesamten Lebenssituationen des Volkes Gottes. Wir haben es mit einer Vielzahl von „Schwächeren“ zu tun, deren Situationen kaum vergleichbar sind. Hier sind die, die an einer Krankheit sterben könnten. Natürlich wollen wir sie schützen. In diesem Fall sollte das Versammlungsverbot noch lange aufrecht erhalten bleiben. Aber dort sind die, die aufgrund der Kontaktbeschränkungen seelisch oder auch körperlich eingehen, bis hin zu schlimmen Szenarien wie ein frühzeitiger Tod, weil ein Senior kaum noch Besuch empfängt, oder der Selbstmord eines Depressiven. In diesem Fall brauchen wir unbedingt die Möglichkeit von Treffen. D.h.: Die Frage nach dem „Schwächeren“ führt kaum weiter.

Welche Maßstäbe haben wir dann?

M.E. müssen wir irgendwann die Sachebene angehen. Sprich: Auf welcher wissenschaftlichen Grundlage werden die Kontaktbeschränkungen beschlossen?

Hier wird es zunächst pragmatisch, denn es muss betrachtet werden, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Covid19 bisher existieren. Schließlich beruft sich auch unsere Regierung darauf.

Nun wissen wir, dass sich auch Wissenschaftler irren können und dass die Menschheit immer wieder Erkenntnisse gewinnt, die manche Thesen über Bord geworfen haben. Allein dieser Befund weist uns darauf hin, dass es weise ist, eine Vielzahl von wissenschaftlichen Thesen zu berücksichtigen. Streng genommen dürfte das auch der Anspruch eines Wissenschaftlers sein, stets nur von verwerfbaren Arbeitshypothesen auszugehen und nicht von in Beton gehauenen ewigen Wahrheiten.

Und was sagt „die“ Wissenschaft in diesen Tagen zum Corona-Virus?

Jede Menge! Und zwar auch Konträres.

Spätestens an dieser Stelle begegnen wir einem Problem im öffentlichen Diskurs. Denn eine grundlegende Frage ist – im Grunde auch wissenschaftliche, denn Wissenschaft fragt nach den Quellen -, woher wir wissen, welche Wissenschaftler was meinen. Was sind unsere Informationsquellen?

Es braucht etwas Recherchearbeit, um die verschiedenen Quellen ausfindig zu machen. Möglicherweise läuft es aber darauf hinaus:

Es gibt eine breite Masse von Menschen, die sich von der Tagesschau, den Tagesthemen und manchen Leitmedien her informieren. Wer die Berichterstattung über die Wochen reflektiert, stößt zumeist auf die gleichen Thesen. Die Quelle ist jeweils das Robert Koch-Institut, manchmal das Helmholtz-Institut oder die John Hopkins University und schließlich die WHO. All diese Einrichtungen vertreten weitgehend eine ähnliche Linie. Das Plädoyer für einen Shutdown steht. Lockerungen werden sehr kritisch gesehen, und wenn solche erfolgen, dann nur mit entsprechender Kontrolle der Menschen. Man hofft auf eine schnelle Entwicklung eines Impfstoffes.

Man muss oft abseits der Leitmedien suchen, um auf andere renommierte Wissenschaftler zu stoßen, viele von Weltrang. Unter diesen gibt es etliche, die den Shutdown für überzogen halten oder die die offiziellen Statistiken für fehlerhaft und irreführend halten. Das Ergebnis bei ihnen läuft oft darauf hinaus: Das jetzige Virus sei nicht gefährlicher als eine schwere Grippe. Und da wir bislang die Menschheit deswegen nicht „eingesperrt“ haben, sollten wir es dieses Mal auch nicht tun.

Für einen kritischen Beobachter entsteht ein neuer Zwiespalt: Welchen Wissenschaftlern soll ich trauen? Oder auch: Welchen Medien soll ich trauen?

Im Grunde führt an der Stelle kaum etwas daran vorbei, sich eingehender mit der Materie zu beschäftigen, um sich eine fundierte Meinung leisten zu können. Dabei müssen Fragen gestellt werden. Ich führe einige Fragen auf:

  • Welche Studien existieren bereits? Was sagen diese aus? Wer hat sie verfasst?
  • Welche Definitionen werden verwendet? Wer gilt als „infiziert“? Wer als „Corona-Toter“?
  • Was genau passiert bei einer Infektion? Wie ist der Verlauf? Wer ist besonders gefährdet? Wie wird man überhaupt infiziert?
  • Welche Parallelen gibt es zwischen den betroffenen Regionen? Welche Unterschiede gibt es? Wie sind die Krankenhäuser aufgestellt? Was ist mit psychologischen Aspekten der Krisenkommunikation? Wie ist die Altersstruktur vor Ort? Was sind die Umweltbedingungen?
  • Vielleicht auch: Wer beeinflusst hier wen? Anders formuliert: Wer hat die Deutungshoheit und warum?

Diese und ähnliche Fragen gehören in die Erforschung des Themas.

Wer sich dem stellt, kommt auf Antworten.

Und diese laufen bislang darauf hinaus:

  • Das Virus ist im Gesamtergebnis (Anzahl der bisher Infizierten, Erkrankten und Toten) wie eine schwere Grippe.
  • Bei den allermeisten verläuft die Infektion symptomfrei oder es gibt nur milde Verläufe.
  • Es handelt sich nicht um eine Schmierinfektion und auch nicht um eine Infektion via Luft. Es scheint eine Tröpfcheninfektion zu sein.
  • Betroffen sind mehrheitlich Menschen ab ca. 60 Jahren, dann auch eher die mit gewissen Vorerkrankungen.
  • Es gibt zwar noch keinen Impfstoff gegen das Virus, aber auch in den letzten Jahren gab es nie einen Impfstoff gegen jede Grippevirus.

Wenn dem so ist, dann muss sich die Frage der Verhältnismäßigkeit stellen.

Mit welcher Begründung werden dann etliche Grundrechte weitgehend außer Kraft gesetzt, Firmen in den Ruin getrieben, Menschen in die Arbeitslosigkeit und Gesellschaften in weitere soziale Spannungen?

Andere fragen vorher nochmal nach: Wieso sollte ich dem RKI & Co nicht glauben? Auch dafür findet man Antworten… keine, die die Glaubwürdigkeit insgesamt ramponieren würden, aber durchaus welche, die nachdenklich stimmen. Wahrscheinlich muss ich es an der Stelle ausdrücklich formulieren, um nicht missverstanden zu werden: Ich will hier keine geheime Verschwörung offenbaren, sehr wohl aber wirtschaftliche Verflechtungen, die zu dem Problem führen, inwiefern der Profit über das Allgemeinwohl gestellt wird. Nachprüfbare Tatsache ist nämlich, dass die Bill & Melinda Gates Foundation sowohl die WHO als auch die John Hopkins University mitfinanzieren. Zudem haben das Helmholtz-Institut und auch das RKI Gelder von der Foundation erhalten. Bill Gates hat in Pharmaunternehmen investiert und verdient einen Teil seines Geldes damit. Mit seiner Hilfe wurden vor allem in unterentwickelten Staaten Impfprogramme durchgeführt, die teilweise zu Toten und Schwerkranken geführt haben. Es besteht der Verdacht, dass eben die besonders schwachen Menschen als „Versuchskaninchen“ missbraucht worden sind, weil sie keine Lobby haben. Unlängst hatte Bill Gates eine längere Redezeit in der ARD bekommen, um für das Impfen zu werben, und forderte die Regierungen der Welt dazu auf, die Impfforschungen finanziell zu unterstützen. Nun könnte es wundersam sein, dass es statt der üblichen 15 Jahre nur ein Jahr dauert, bis ein Impfstoff gegen Corona existiert, der dann sogar keine Nebenwirkungen hat. Es mag sein, dass dies tatsächlich eine Hilfe wäre. Dennoch muss erkannt werden, dass es hier auch wirtschaftliche Interessen gibt, die mit den finanziellen Mitteln eines Bill Gates mehr forciert werden können als die Interessen und Thesen anderer Menschen. Kurzum: Er verdient Geld mit dem Impfen, bekommt entsprechende Werbezeit, um zu den Massen zu sprechen, während die Meinungen von diversen, andersdenkenden Wissenschaftlern nicht gleichermaßen gehört werden. Ich sage nicht, dass Bill Gates ein Virus erfunden hat. Aber ich sehe auch nicht, dass er nur ein Gutmensch wäre. Mich macht das skeptisch.

Das heißt nicht, dass das RKI nicht im guten Sinne bemüht ist und hier und da gute Ergebnisse abliefert. Es geht nicht um eine grundsätzliche Ablehnung dieser Arbeit. Aber es geht sehr wohl ein kritisches Reflektieren, wer uns unter welcher Einflussnahme Empfehlungen gibt. Überspitzt gesagt: Jeder wäre sofort kritisch, wenn ein Zuckerlieferant ein minutenlanges Plädoyer für den Zuckerkonsum hält. Wir würden sofort wirtschaftliche Interessen vermuten und entsprechende Studien bemühen, die uns darlegen, dass Zucker eben nicht so gesund ist. Warum sollte diese kritische Reflektion in Anbetracht eines Virus außer Kraft gesetzt sein?

Ich schreibe nun ganz persönlich:

Wenn ich auf entsprechende Studien und Wissenschaftler verweise – also recht sachlich vorgehe -, dann erlebe ich dennoch, wie Menschen emotional abschalten. Nicht wegen der Sachlichkeit, die langweilen würde. Denn das Problem ist, dass die meisten Menschen kein Sachargument haben, um meiner Meinung etwas dagegen zu stellen. Verschiedentlich hatte ich dazu aufgefordert, meine These zu widerlegen. Entweder wollte man nicht oder konnte es nicht. Ich warte immer noch…

Stattdessen wird es dann emotional.

So wurde ich auf Facebook „entfreundet“. Man vermutete, dass ich kein Mitleid mit den Opfern hätte. Man warf mir mangelnde Intelligenz vor. Alles interessante Abwehrmechanismen. Rein emotional. Nicht sachlich. Laienpsychologisch eine interessante Sache, die ich mir nur so erklären kann: Menschen sehen Bilder und hören Berichte in den Leitmedien, die oft nur eine Meinung bringen. Sie hinterfragen nicht, sondern glauben all das. Die Bilder und Berichte produzieren Angst. Schon wieder Tote! Noch mehr Infizierte! Und so weiter. Es wächst das Gefühl: Der Tod steht vor der Tür. Spätestens jetzt werden Überlebensmechanismen in Gang gesetzt. Weil man überleben will, fängt man zu kämpfen an – oder man flüchtet.

Natürlich erlebe ich auch Bestätigung. Ich lese und höre von anderen, die ebenfalls hinterfragen und recherchieren und schließlich auf ähnliche Thesen kommen. Leider nehme ich an der Stelle eine neue Spannung wahr: sowohl in sozialen als auch in vielen Leitmedien werden diese Menschen mehr und mehr als „Verschwörungstheoretiker“ dargestellt. Da muss man unbedingt nachfragen: Was ist das?

Ist ein Verschwörungstheoretiker jemand, der eine andere These vertritt als die Regierung durch das RKI? Oder ist das jemand, der eine andere Auffassung hat als die Mehrheit der Bevölkerung? Sollte das gemeint sein, dann würde es sich bei dem Wort „Verschwörungstheoretiker“ um ein Totschlagargument handeln, das jegliche Erörterung beenden will. Oder ist jemand gemeint, der behauptet, dass wahlweise die USA, China, Russlang oder Bill Gates den Virus freigesetzt haben, um ihre fiesen Pläne zu realisieren? Sollte das gemeint sein, kann ich verstehen, dass es sich um eine Theorie der Verschwörung handelt. Diese kann wahr sein. Diese kann falsch sein. Solange es keine eindeutigen Hinweise oder Beweise gibt, kann all das denkmöglich sein, bildet aber bis dahin eine schlechte Grundlage für weiteres Handeln.

Ich bin ein Stück weit abgeschweift, hielt diese Erkenntnisse aber für relevant, um die aktuelle Lage zu verstehen.

Bisher habe ich gesehen, dass wir in der Bibel kein eindeutiges Gebot für diese Situation haben. Aber wir spüren dennoch Spannungen zwischen den Geboten und wissen, dass wir auf Dauer nicht ohne Treffen sein können. Ein Wesenskern unseres Glaubens steht auf dem Spiel.

Wenn wir weitere Sachinformationen einbeziehen, muss sich die Frage stellen, ob die Maßnahmen der Regierung verhältnismäßig sind. Das darf aufgrund der bisherigen Studien bezweifelt werden.

Warum die Regierung dennoch an den jetzigen Maßnahmen festhält, muss als Verkettung mit dem RKI verstanden werden. Das RKI sind die Experten, die von der Regierung das entsprechende Vertrauen bekommen haben. Das RKI wiederum orientiert sich an der WHO. Und wer dann weiterforscht, entdeckt die Einflussnahme der Pharmaindustrie auf die WHO. Diese Einflussnahme wird realistischerweise nicht 1:1 an das RKI oder die Regierung weitergeleitet. Aber sie existiert nachweislich. Deshalb muss es umso kritischer machen, wenn dann Bill Gates, als der größte WHO-Einzelspender durch seine Stiftung, für Impfungen in der ARD werben darf.

Selbst, wer Recherchen dazu ablehnt, ist nun eingeladen, etwas kritischer mit den Berichten in den Leitmedien zu sein.

Die Antwort auf die Sachfrage ist gegeben (s.o.). Andere Thesen wären entsprechend zu untermauern. Von meiner Seite kann ich gerne entsprechende Links zu den Studien und wissenschaftlichen Einschätzungen einfügen.

Wenn die Antwort auf die Sachfrage aber so ausfällt wie genannt, dann muss sich die spannende Frage zwischen der Gewichtung der o.g. Gebote (Untertan vs. Versammlung) etwas leichter beantworten lassen.

Ausgehbeschränkungen – Corona-Zeit: Mentaler Survivalplan

Jeder Mensch geht anders mit dieser Corona-Zeit um.

Deutschlandweit beten Christen: https://deutschlandbetetgemeinsam.de/

Pastoren bieten verstärkt Online-Predigten an, z.B. ich via LifeTraining.

Menschen hamstern. Regen sich über die Maßnahmen auf oder finden es absolut richtig, was gerade geschieht.

Etliche Bürger sorgen dafür, dass unser System nicht völlig einbricht (Danke!) – und andere wissen nichts mit sich anzufangen.

Doch, was viele von uns eint, ist, dass wir Ausgangsbeschränkungen einhalten müssen. Dabei ist nicht jeder ein Höhlentier und genießt das Abgeschottetsein. Es gibt auch Menschen, die Tag für Tag dicker werden, dümmer werden, egoistischer werden… dabei dürften das die Wenigsten wollen.

Deshalb habe ich für mich und andere einen Schlachtplan entwickelt. Eine mentale Survivalstrategie, um nicht schwermütig zu werden oder nur noch vor Youtube, Netflix & Co abzuhängen.

Eine Skizze dazu, kannst du dir hier runterladen (s.u.).

Im Grunde ist es selbsterklärend.

Vorsichtshalber ein paar Worte dazu:

  1. Setze dir persönliche Ziele! Was möchtest du in 2-3 Wochen erreicht oder erlebt haben? Was würdest du gerne wissen (BRAIN)? Wie fit würdest du gerne sein (BODY)? Was würdest du gerne mal ausprobieren (SKILL)? Wie könntest du anderen helfen (SERVICE)? Was kannst du für deine Spiritualität tun (SPIRIT)?
  2. Breche diese Ziele in Wochenziele runter! Um in 2-3 Wochen das eine Ziel zu erreichen, was müsstest du dafür in der ersten Woche schaffen? Und in der zweiten Woche?
  3. Suche dir einen Challenge-Partner! Wer soll dir bei dir jede Woche nachfragen, ob du dran geblieben bist? Wer würde sich vielleicht auch der mentalen Survival-Challenge stellen, so dass Ihr im Team agieren könnt?
  4. Belohne dich! Wie willst du dich nach einer Woche belohnen? Und wie willst du dich nach drei Wochen belohnen, wenn du wirklich deine Ziele erreicht hast?
  5. Plane dein Freiheitsfest! Wie willst du feiern, wenn die Ausgehbeschränkungen wieder gelockert sind? Plane was Schönes!

So – hier der mentale Survival-Plan zum Download: Mentale Survival-Strategie




Gemeinde Jesu in Corona-Zeiten

Ich glaube, die aktuelle Corona-Situation muss ich nicht beschreiben. Das Internet ist voll von Infos. Eine Frage, die sich ergibt, ist die: Wie entwickelt sich Gottes Gemeinde in dieser Zeit?

Gemeindehäuser können nicht wie bislang genutzt werden.

Übliche Gemeindeprogramme finden nicht statt.

Gemeinsamer Lobpreis via Internet funktioniert nicht so gut.

Selbst Hauskreistreffen sind zur Zeit untersagt.


Dennoch steht die Gemeinde Jesu für etwas ein: Gottes Liebe erkennen und diese für die Welt weiterverschenken.
Das inkludiert u.a.: Gemeinschaft mit Gott und miteinander.
Z.B.: einander helfen, miteinander beten, einander motivieren, trösten, korrigieren und gemeinsam singen und essen… und all das in einer Weise, die unsere Gesellschaft zum Guten beeinflusst.
Weitere Aktivitäten sind fundamental für Gottes Gemeinde: der Vollzug der Taufe und das Feiern des Abendmahls im Kontext der Mission.

Wir sehen:
All das geht via Internet/Telefon nur begrenzt oder gar nicht.

Damit stehen wir als Jesus-Nachfolger vor einer Herausforderung.
Einerseits will Gott, dass wir die Regierung achten und die Gesetze befolgen.
Andererseits will Gott, dass wir Kirche leben.

Gewiss ist es weise, in dieser Zeit nicht nur im Respekt vor der Regierung, sondern auch, um Menschen in ihrer Gesundheit nicht zu gefährden, die momentanen Anweisungen zu befolgen.

Wir können diese Zeit ebenfalls als eine Chance betrachten:
Viele Gemeinden, Christen und Pastoren entdecken „endlich“ das Internet als eine Möglichkeit, um Gottes Botschaft zu kommunizieren. In vielfältiger Art gelangt Gottes Wort momentan über verschiedenste Online-Kanäle zu den Menschen.
Nachbarschaften fangen an, sich wahrzunehmen und sich gegenseitig zu stützen. Christen können dabei federführend sein.
Einzelne Christen haben bedingt durch den Ausfall von Gemeindeprogrammen nun die Möglichkeit, sich mehr um andere Menschen zu kümmern: um die eigene Familie, um Freunde, Nachbarn und Kollegen. Oder mancher kann sich mittels eines ehrenamtlichen Engagements für diakonische Zwecke einsetzen.
Zudem könnte es sein, dass manche Menschen in diesen Tagen offener für Gott sind als sonst. Unsicherheit und Angst können Fragen nach dem persönlichen Lebenshalt und Lebenssinn hervorbringen. Als Christen wissen wir um Halt & Sinn, und können Rede und Antwort stehen.
Schließlich könnte es sein, dass diese (mehr oder weniger erzwungene) Pause einem Shabbat gleicht: Entschleunigung, mehr Besinnung, die Ausrichtung auf das Wesentliche und die Dankbarkeit für all das mitunter als selbstverständlich hingenommene Gute.

Klar ist aber auch das:
Um Gemeinde Jesu zu sein, können wir nicht dauerhaft die Isolation akzeptieren. Irgendwann müssen wir ausbrechen.
Denn Ältere und Schwächere brauchen Beziehungen, die live vor Ort stattfinden. Menschen (Kinder!) aus dysfunktionalen Familien brauchen externe Ansprechpartner. Depressive, Schwermütige und Trauernde brauchen mehr als nur eine E-Mail. Süchtige brauchen Selbsthilfegruppen.
Tafeln und Suppenküchen brauchen Mitarbeiter. Obdachlose brauchen Begleiter. Und auch die Normalos brauchen mal eine Umarmung und den Schulterklopfer.

Natürlich: Je gefährlicher ein Virus ist, desto mehr haben wir auf andere Menschen zu achten. Körperliche Distanz ist dann wichtig. Fraglich ist nur, wie sinnvoll die aktuellen Maßnahmen wirklich sind. Im Rückblick werden wir das besser sehen, hoffe ich. Es könnte sein, dass die Zeit kommt, wo Christen trotz der „Pest“ zu den Hilfsbedürftigen gehen müssen – mit angemessener Schutzkleidung. Es könnte die Zeit kommen, wo Christen sich dennoch treffen müssen, um für diese Mission gestärkt zu werden – dann in kleinen Gruppen.

Noch wissen wir nicht, wie aggressiv der Virus wirklich wird. Wird er letztlich harmloser als die Influenza? Oder wird er wesentlich mehr schaden? Ein Impfstoff ist noch nicht greifbar – und ob man einen so schnell entwickelten, noch nicht etablierten Impfstoff wirklich in sich tragen will, steht auch auf einem anderen Blatt. Wir wissen nicht, wie lange die momentanen Maßnahmen gelten werden. Und wir können nur ahnen, welche wirtschaftlichen Folgen für diese Welt eintreten werden. Wahrscheinlich wäre es ein Wunder, wenn diese Welt mit einem blauen Auge davon kommt. Und wahrscheinlich spricht mehr dafür, dass der wirtschaftliche Schaden von Tag zu Tag und von Woche zu Woche immer größer wird. Dann wird aber auch die materielle und damit auch die seelische Not der Menschen zunehmen. In Gemeindekreisen und sonstwo.

Es ist denkbar, dass manche Gemeindemitglieder in Kurzarbeit kommen oder andere arbeitslos werden. Insolvente Firmen können nicht über Nacht wieder aufgebaut werden. Eine wirtschaftliche Abwärtsbewegung erscheint am Horizont. Wenn aber die Gemeinden somit auch weniger Einnahmen haben, ist es denkbar, dass Pastoren gehaltsmäßig kürzer treten müssen oder sich manche Gemeinde einen Hauptamtlichen nicht mehr leisten kann. Das Gemeinde-Pastorensystem wird dann überdacht werden müssen. Ein Plädoyer für das gelebte allgemeine Priestertum aller Gläubigen.

Es kann sein, dass sich sogar manche Gemeindehäuser nicht mehr als finanziell stemmbar erweisen. Wo trifft man sich dann? Ein Plädoyer für die Gemeinde in der Kneipe und im Wohnzimmer.

Es kann sein, dass es nicht reichen wird, Geld in den Kollektenbeutel zu werfen, sondern dass wir Essen und andere Güter miteinander teilen müssen. Ein Plädoyer für praktische Nächstenliebe.

Es kann sein, dass mehr Menschen nach Sinn & Halt suchen. Ein Plädoyer für Jesus-Nachfolger, die andere in der Nachfolge begleiten können.

Es kann aber auch sein, dass sich in solchen Krisenzeiten Menschen von Gott und Gemeinde abwenden. Vielleicht, weil sie nicht wirklich Jesus gefolgt sind, sondern einem religiösen Wellness-Programm. Vielleicht, weil sie mit dem Schmerz und Leid nicht umgehen können und Gott darin nicht verstehen. Es kann sein, dass die Spreu vom Weizen getrennt wird.

Ich glaube, dass wir als Christen diese Corona-Zeit nicht als eine Zeit der Angst und Sorge angehen sollten, sondern als eine Chance:
Mehr Gottessuche und mehr Aufeinander-Achthaben.
Die Entdeckung weiterer Kommunikationsmittel, um vernetzte Gemeinde zu leben.
Das Umsetzen von „Familien-Gottesdiensten“ mit den Angehörigen in der eigenen Wohnung.
Mehr Konzentration auf das Wesentliche.
Die Entwicklung von Strukturen, um einander auch ohne Gemeindehaus zu helfen.
Die stärkere Gründung im Gebet und Wort Gottes.

Es könnte sein, dass Gott Seine Gemeinde auf die letzte Zeit vorbereitet. Jesus kommt wieder.



Corona und das Gemeindeleben – Kirchen in Krisenzeiten

Zur Zeit wird in Anbetracht der Corona-Krise erörtert, öffentliche Versammlungen einzuschränken oder gar zu verbieten. Das betrifft auch das kirchliche Leben. Im Kreis Teltow plädiert der Kirchenkreis dafür, die nächsten Gottesdienstfeiern und größere Gemeindeveranstaltungen abzublasen. Die Apostel-Petrus-Gemeinde in Berlin hat zur Zeit den gesamten Betrieb eingestellt. In anderen Gemeinden wird die Abendmahlspraxis überdacht. Noch zögern die Entscheidungsträger in Deutschland, das Land tatsächlich radikal für 2-3 Wochen still zu legen, was zur Folge hätte, dass auch Gottesdienstfeiern, Bibelstunden, Chorproben, Krabbelgruppen, Kinder- und Jugendtreffen & Co nicht stattfinden.

Doch wie lebt man als Gemeinde, wenn Treffen mit über 10 Personen verboten werden? Oder noch heftiger: Wie lebt man Gemeinde, wenn jegliche Treffen jenseits der Privaträume verboten werden?

Es gibt mindestens diese drei Wege:
a) Das geistliche Leben im „Wohnzimmer“:
Wie kann gemeinsam mit der Familie oder in der WG gebetet werden? Wie kann gemeinsam die Bibel gelesen und verstanden werden? Wie kann gemeinsam Gott gelobt werden? Oder anders: Wie kann ein Gottesdienst im Wohnzimmer gefeiert werden?

b) Das Leben als kleines Team:
Gemeindeleben mit vier bis neun Personen. Einander ermutigen, helfen, füreinander beten. Sich 1-2 x pro Woche in Privatwohnungen treffen. Wie geht das?

c) Internet-Gemeinde:
Sich per Zoom oder Skype verabreden und via Internet-Stream unterhalten, miteinander beten, sich zusammen auf Gott ausrichten. Das kann fast zu jeder Tageszeit stattfinden… im Schlafanzug und mit einer Tasse Kaffee in der Hand.

Doch all das erfordert, dass man weiß, wie man ein Treffen leitet. Was hilft für ein Teamtreffen? Wie führt man durch eine Videokonferenz? Was sind die Kernbestandteile für ein wirksames Meeting?

Für all das gibt es Antworten. Eigentlich nichts Neues unter Sonne. Aber vielleicht wird es in diesen Zeiten wieder entdeckt.

Ein paar Video-Lektionen habe ich auf meinem Youtube-Kanal (https://www.youtube.com/channel/UCgppYinXUSWss3SUfzkASNg) eingestellt. Nicht jedes Detail wird abgedeckt, aber die Grundlinien werden deutlich:

Teil 1: https://www.youtube.com/watch?v=lY63PWc20ow
Teil 2: https://www.youtube.com/watch?v=NcUD0FSWLVc
Teil 3: https://www.youtube.com/watch?v=moU644k4F88
Teil 4: https://www.youtube.com/watch?v=rSCpUmEhsu8
Teil 5: https://www.youtube.com/watch?v=MLLETl6pRrE