Eine mögliche Zukunft für das Christentum in der westlich geprägten Gesellschaft – Teil 1

Die Corona-Krise dauert nun schon über 1,5 Jahre.
Etliches hat sich in der Zeit bewegt: Die sog. Digitalisierung hat – oft unter Verletzung des Datenschutzes – rasch Einzug gehalten. Viele Gemeinden haben Livestreams für ihre Gottesdienstfeiern eingerichtet. Es gab und gibt z.T. noch Videochats für Gemeindegruppen. Das hat alles Vor- und Nachteile. Zum Beispiel, dass es ein größeres Online-Angebot von Christen gibt als je zuvor. Aber es gibt auch kritische Aspekte davon: Es kann mehr Überwachung und Kontrolle von Gemeinden geben, weil Daten von Gemeinden auf Computer-Servern gespeichert werden.

Einige Gemeinden haben auch erlebt, dass Menschen seit der Krise und den digitalen Möglichkeiten seltener den Weg zum Gottesdienst-Treffpunkt auf sich nehmen. Man kann ja auch zuhause sitzen am Bildschirm, einen Kaffee trinken und, sollten Musik oder Predigt nicht gefallen, den Livestream einer anderen Gemeinden anschauen. Oder auch mal gar nichts Frommes anschauen und stattdessen ausschlafen und eine Netflix-Serie gucken.

Mein persönlicher Eindruck ist, dass es auch schwerer geworden ist, die jüngere Generation an Bord zu halten. Ich kenne eine Gemeinde in Potsdam, bestehend aus wirklich älteren Semestern, die z.T. noch den 2.Weltkrieg erlebt haben und als Christen gemeinsam durch die DDR-Zeit gingen. Diese Leute stehen zusammen, egal, was kommt. Ob Krieg ist oder eine Krise andauert: fast nichts kann sie von den gemeinsamen Treffen abhalten.
Aber wir haben mittlerweile eine Gesellschaftsprägung, in der es viel darum geht, dass ich als Individuum vor zig Entscheidungen gestellt bin. Kaufe ich die Hosen von der Firma X, Y oder Z… oder doch lieber von C? Welches Fernsehprogramm schalte ich ein? Ich habe immerhin eine Auswahl von Hunderten von Programmen. Gleiches gilt für andere Medien und Produkte. Auch die Berufswahl ist längst nicht mehr vorgegeben. Wenn in viel früheren Zeiten der Vater Schuster war, dann wurde der Sohnemann auch Schuster. Heute muss der Sohnemann zwischen Hunderten von unterschiedlichen Ausbildungsangeboten wählen. Schließlich: wer in der Großstadt lebt – und das tun aufgrund der Urbanisierung immer mehr Menschen -, der hat die Wahl zwischen Hunderten von Freizeitangeboten: Kino, Theater, Museum, Schwimmbad, Kartfahren, Radfahren, Naturspaziergang, Kneipenbesuch, Brunchen, Sauna, Workshops, Seminare, Tage der offenen Türen, Tennis spielen, Diskobesuch, Umweltschutz-Engagement, Sightseeing usw.

Und die Kirche ist dabei für etliche Menschen offenkundig ein Anbieter unter Tausend anderen. Zumeist haben die Kirchen ein Angebot, das längst nicht – wirklich längst nicht – so attraktiv rüberkommt wie Instagram, TikTok, Youtube oder wie die professionellen Shows von Massen-Events.

Die Kirchen sind auch nicht mehr der hauptsächliche Anbieter von Spiritualität. Es gibt islamische Gruppen, buddhistische Gruppen, esoterische Gruppen, hinduistische, jüdische Gruppen, heidnisch-religiöse Gruppen bis hin zu Menschen mit einem persönlichen Mix an Alltagsglauben oder bis hin zu Atheisten, die sich mitunter auch schon fast religiös darstellen können.

Es mag noch viel mehr Facetten in alledem geben. Aber vielleicht wird durch diesen kurzen Abriss schnell deutlich, dass es für jüngere Menschen ziemlich schwer sein kann, eventuell sogar eher unmöglich sein muss – den Überblick zu behalten. Vielleicht ist es auch menschlich, sich dann eher den Angeboten zuzuwenden, die einem möglichst schnell den „Kick“ geben. Und das sind heutzutage sehr stark die bunten, beweglichen und hörbaren Videos im Internet, die Geschichten erzählen… und all das oft in Verbindung mit dem Empfinden einer sozialen Zugehörigkeit, wo es darum geht, ob man „drin“ oder „draußen“ ist. Und was setzt die Kirche gegen diese mediale Massenberauschung ein?

Livestreams von Gottesdienstfeiern.

Sollte das die Antwort der Kirche sein?
Zieht das die jungen Leute in Scharen herbei?
Offenkundig nicht.

Ich bin nicht gegen Livestreams und Videochats. Diese Möglichkeiten haben auch Vorteile. Aber sie ersetzen niemals die persönliche Begegnung.

Und wer meint, dass die digitalen Techniken jetzt das „Ding“ wären, das den Kirchen einen Schub nach vorne verpasst, der hat m.E. nicht die Weite und Tiefe der Krise verstanden.

Die Corona-Krise hat fraglos einen großen Teil dazu beigetragen, aber im Grunde ist die Kirche schon viel länger in der Krise. Denn unsere Gesellschaft ist mittlerweile post-christlich.

Wären wir prä-christlich, könnte die Kirche sagen:
„Toll! Keiner hat Ahnung vom christlichen Glauben, wir betreten unbekanntes Land. Ab geht’s in die Mission!“

Aber wir sind in einer post-christlichen Ära!
Das heißt: Viele Menschen um uns herum haben sehr wohl eine Vorstellung vom christlichen Glauben. Es tut erstmal nichts zur Sache, dass diese Vorstellungen oftmals irrig sind. Fakt ist: Die Kirche betritt kein Neuland, sondern eher sowas wie verbrannte Erde.

Ich weiß, dass das sehr pauschaul formuliert ist, aber ich will damit die Sache auf den Punkt bringen.
Stelle dir vor, du hättest wirklich keine Ahnung vom christlichen Glauben. Deine ersten Informationen kämen überwiegend aus dem sog. Mainstream, also von den finanzstarken Medien, die am meisten Menschen erreichen. Welches Bild von Kirche würde entstehen?
Mindestens ein kritisches Bild, denn man würde von Missbrauch-Kriminalität in der Kirche lesen, von scheinbar nicht mehr angemessenen ethischen Entscheidungen der Kirchen-Oberen („…wie im Mittelalter!“) oder davon, dass die Kirche Mitglieder verliert.
Wäre das attraktiv?
Nee, zu so einem Verein will man nicht gehören. Was muss das denn für ein Glaube sein, der Mitglieder verliert und Skandale produziert!?

Und ich befürchte, dass viele nicht-christliche Menschen eben so ein Bild vom christlichen Glauben und der Kirche haben.
Kirchen betreten in unserer Gesellschaft also kein Neuland, sondern ein Land mit kritischen Bürgern, die bei Christen eher an Hexenverfolgung, Kreuzzüge, Heuchelei und Straftaten denkt, statt daran, eine Lebenshilfe erhalten zu können.

Spätestens der Blick in gesellschaftliche Entwicklungen macht die post-christliche Ära deutlich:

Im Wahljahr 2021 haben etliche Parteien wie die SPD, die Grünen oder die Linken vor, Abtreibung weiter zu legalisieren. Man bedenke: Abtreibung ist das „Abtreiben“ eines noch ungeborenen Lebewesens… eines menschlichen Lebewesens! Dieses Leben wird von der Mutter getrennt und stirbt. In der vormals eher von christlichen Werten geprägten Gesellschaft war das ein Unding.
Noch in den 60’er Jahren galt es in Deutschland als sittenwidrig, wenn ein unverheiratetes Paar gemeinsam ein Hotelzimmer buchte. So ein Vertrag galt als nichtig, weil er eben sittenwidrig war. Heute können „alle“ in einem Hotelzimmer übernachten.
Lange war es Standard, dass es zwei Geschlechter gibt: Mann und Frau. Und sollte ein Mann sich eher zu Männern hingezogen fühlen, dann galt er als homosexueller Mann. Heute gibt es mit Steuergeldern finanzierte Lehrstühle an zig Universitäten, die die Vielzahl der Geschlechter untersuchen und im Grunde fördern sollen. Der biologische Unterschied spielt kaum noch eine Rolle. Jetzt geht es darum, dass man sich sein Geschlecht aussuchen kann (s.o.: eine Gesellschaft mit einer Vielzahl von Angeboten für das Individuum). Wird an den Unis auch eine christliche Ethik zur Geschlechtlichkeit erforscht und gefördert? Vergiss es.
Vor wenigen Jahrzehnten war es normal, dass man sich taufen und konfirmieren lässt. Heutzutage kann man auch die Jugendweihe mitmachen oder man lässt einfach alles sein.

Gewiss könnte noch mehr aufgezählt werden.
Und klar ist auch das: mit alledem soll nicht gesagt werden, dass damals alles besser war. Damals wurden unverheiratete, schwangere Frauen geächtet und verstoßen. Rigoros vorgetragene Moralbotschaften der Kirchen durch Moralapostel waren mehr Unterdrückung und Machtmissbrauch als Unterstützung für das Leben. Damals war das Bewusstsein der Kirche für die Bewahrung der Schöpfung sehr gering vorhanden. Damals – wie heute – gibt es Waffenlieferungen, Kriege, Menschenhandel und eine Drogenwirtschaft… und die Kirche mischt sich wenig ein oder beteiligt sich sogar am Elend (man denke an manche Finanzeinflüsse des Vatikan).

Doch bei aller nötiger Relativierung ist es nicht zu leugnen:
Christentum ist nicht „in“. Kirche ist nicht attraktiv.

Der christliche Glaube stößt eher auf Skepsis statt auf Interesse.
Und die Zeichen der Zeit deuten nicht darauf hin, dass sich all das bald ändern wird.

Da wird uns kein Livestream retten, keine peppige Gemeinde-Homepage und auch nicht das vielfältigste Gemeindeprogramm aller Zeiten.

Die soziale Realität der Kirche in der kulturell westlich geprägten Gesellschaft ist die:
Für die Mehrheit sind wir egal, höchstens mal einen Aufreger wert.
Man will nicht viel mit uns zu tun haben.

Teil 2 folgt.

Gott, das Elend und das Gute

Ich habe mich schon oft gefragt, weshalb Gott so viel Elend auf dieser Welt zulässt. Heute kamen mir ein paar unfertige Gedanken dazu, die ich hier stichpunktartig darstelle:

Gutes lernen

Gott will, dass wir lernen, das Böse durch Gutes zu überwinden. Wir sollen aus den Spiralen des Bösen herauskommen, ob es die kleinen, alltäglichen, subtilen Rachefeldzüge sind oder ob es die großen Kriege und Wirtschaftkämpfe betrifft. Er will nicht über unsere Köpfe hinweg das Böse auslöschen, sondern will uns einbeziehen, damit wir eben lernen, uns vom Bösen nicht mehr manipulieren zu lassen.
Wie machst du das? Lernst du, das Böse mit Gutem zu überwinden? Wisse: Gott glaubt, dass du Gewalt-, und Rachespiralen durchbrechen kannst!

Umkehr von Bösen

Gott setzt darauf, dass auch einzelne böse Menschen zum Guten umkehren können. Er kennt ja die Biografien und weiß, wieviel Böse selber Opfer vom Bösen waren. Er hat Mitleid mit diesen bösen Menschen und glaubt daran, dass noch genügend Böse das Gute lernen.
Wo tust du etwas, was schlecht ist? Wisse: Gott hat die Hoffnung, dass du das Gute lernst!

Segnen im Fluch

Gott sieht, dass es nicht nur Leiden gibt. Er sieht auch das Gute. Und Er will mitten im Leiden segnen und Gutes bewirken. Dazu löscht Er das Böse oft nicht einfach aus, sondern Er löst von Innen heraus auf, indem der Fluch in einen Segen transformiert wird.
Was geschieht Gutes in deinem Leben? Wo erkennst du trotz allem die Segensspuren Gottes? Wann hast du erlebt, dass Schlechtes schließlich zum Guten gedient hat? Wisse: Dieses Gute gibt es auch in deinem Leben!

Freude und Wert des Lebens

Gott hat grundsätzlich Freude an dem Leben, was Er erschaffen hat. Das Leben hat für Ihn einen hohen Wert. Deshalb vernichtet Er nicht sofort die Bösen, die Leiden verursachen. Sondern Er sieht auch den Wert des bösen Menschen. Er sieht auch die Freude in einem Leben, das viel Qual hat – Freude nicht wegen der Qual, sondern weil das Leben, unabhängig vom Verlauf, erstmal schön ist.
Kannst du dein Leben bejahen als etwas, was an sich wertvoll ist? Wisse: Gott freut sich, dass du lebst!

Gott sucht uns

Gott nimmt die Beziehung zu uns radikal ernst. Er sieht unsere gesamte Persönlichkeit und unser gesamtes Leben. Er sieht damit auch das Böse und die Leiden in unserem Leben, ob sie von uns verursacht sind oder von anderen. Er schreitet nicht sofort bei jedem Leid und jedem Bösen ein, weil Er uns als etwas Gesamtes respektiert. Ihm scheint es mehr um die grundsätzlichen Weichenstellungen zu gehen, aber alles mit dem Wunsch, dass wir in Beziehung zu Ihm treten und in dieser Beziehung bleiben.

Selbstverleugnung um Jesu willen

Wenn Jesus sagt:
„Nimm dein Kreuz auf dich!“,
oder:
„Wenn du mir nachfolgen willst, dann lege alles andere ab. Jede Beziehung, jedes Hab und Gut und jeden Lebenswunsch!“,

dann soll all mein Sein nur auf Ihn gerichtet sein.

Mein Ego mag das nicht.
Ich habe Sorge um mich.
Ich will doch leben und nicht sterben!

Doch der, der mich einlädt, ist der, der dann sagt:
„Und dann schenke ich dir das wahre Leben!“

Oder:
„Wirf deine Sorgen auf Gott, Er kümmert sich um dich!“

Oder:
„Dein Vater im Himmel wird dir alles geben, was du brauchst!“


Nein, Gott will unser Leben nicht zerstören.
Er will uns aufleben lassen.

Aber dazu müssen wir zuerst loslassen und Ihm vertrauen.

Das ist Selbstverleugnung bei Jesus.

Empfangen

Die letzten Monate waren für mich selbst emotional sehr herausfordernd. Umso wichtiger wird mir das Empfangen. Aus der Ruhe zu kommen. Sich konsequent einen Ruhetag pro Woche zu gönnen. Grenzen setzen, um sich nicht zu überlasten. Das hat eine seelische Komponente. Eine körperliche. Aber auch eine geistliche.

Denn Jesus sieht in uns „Reben am Weinstock“ (Johannes 15). Reben am Weinstock hängen ab. Sie sind dauerhaft auf Empfang geschaltet, denn anders können sie nicht leben. Mit der Zeit wachsen sie. Sie bringen Frucht. Aber diese Frucht haben sie nicht selber produziert. Hier kann es nicht um Anstrengung gehen. Hier geht es um das Dranbleiben an Christus. Der Rest kommt von alleine.

Deshalb wird auch von der Frucht des Geistes (Galater 5) geschrieben. Es ist EINE Frucht (nicht viele Früchte). Und diese wächst aus der Verbindung mit Jesus: Liebe, Freude, Sanftmut uvm. Eine Frucht wächst langsam. Druck hilft gar nicht. Vielmehr geht es darum, gute Rahmenbedingungen zu schaffen: ausreichend Bewässerung durch den Heiligen Geist, viel Sonnenschein durch Gottes Liebe, immer wieder etwas Dünger durch das Wort Gottes und einen Schutzraum durch die Gemeinschaft mit anderen Jesus-Nachfolgern. Dann – nach und nach – gedeiht die Frucht.

Entsprechend ist auch die sog. „Heiligung“ zu verstehen.
Die richtig verstandene Heiligung bedeutet nicht, dass wir uns immer mehr zwingen müssen, etwas zu leben, was wir nicht sind und nicht können. Sondern „Heiligung“ heißt, dass wir prozesshaft durch, mit und in Christus verändert werden. Diese Veränderung können wir nicht durch Regeln und Gesetze bewirken. Das wäre der Versuch, den Christen aus dem damaligen Galatien angestellt hatten: sie hatten zwar mit der Gnade begonnen, dann aber versucht, wieder mit der Einhaltung des jüdischen Gesetzes weiterzumachen. Paulus verwies sie darauf, dass das nicht funktioniert.

Wie kann die Veränderung dann aber geschehen?

Corona-Regeln und die Kirchen – Gedankensplitter

(Nachtrag vom 31.08.2020:
Hinsichtlich meiner Beiträge zum Thema „Gemeinde & Corona“ wurde mir ein Feedback gegeben, dass meine Artikel eher demotivierend wirken. Das tut mir leid, weil das nicht meine Absicht ist. Ich verstehe meine hier geäußerten Gedanken eher als ein lautes, manchmal gewiss provokantes Nachdenken, mit dem Wunsch, miteinander darüber in den Austausch zu kommen. Ich selbst verarbeite auf diese Weise meine Erfahrungen und Beobachtungen, bin aber wirklich offen für den Gedankenaustausch, weil ich weiß, dass ich nicht die alleinige Wahrheit gepachtet habe. Nur daran will ich unbedingt festhalten: Dass, egal, was passieren wird, Gott die Zügel in der Hand hält und letztlich alles zu einem guten Anfang leiten wird. Durch Jesus haben wir diese Hoffnung auf die beste Zukunft, die es gibt!)


Es scheint, als würden weite Teile der Kirchen/Gemeinden den Anweisungen der Regierung hinsichtlich der unterschiedlichen Corona-Regeln Folge leisten. Christen sind keine Rebellen. Wir achten die Autorität der Regierung. Und wir sind für das Leben und damit auch für die Gesundheit der Menschen. Keine Frage: wir wollen niemanden weh tun.

Auf der anderen Seite nehme ich eine gewisse Gedankenlosigkeit wahr. Denn:

Was machen diese Regeln mit uns? Mit uns als Menschen? Aber auch mit dem, was wir unter „Kirche“ verstehen?

Mit der Gnade Gottes spielen

Gott ist gnädig. Das entspringt Seinem Wesen.

Aber selbst die, die die Gnade Gottes schmecken, verstehen kaum den Umfang der göttlichen Gnade. Sie mag zu hoch, zu tief, zu weit oder zu wenig präsent erscheinen.

Dennoch gilt die Gnade Gottes, offenbart duch Jesus Christus, Sein Leben, Seinen Tod und Seine Auferstehung.

Als begrenzte Menschen können wir daher sehr schnell und leicht mit der Gnade Gottes spielen. Wir können so denken und handeln wie „Gott vergibt mir ja schon!“. Wir können Gott so behandeln wie einen alten, zu gütigen Opi.

Dabei verkennen wir Seine Majestät. Seine Heiligkeit und Herrlichkeit.
Wenn uns das stets bewusst wäre, so würden wir erzittern.

Ja, wir können mit der Gnade Gottes spielen.

Doch das Wunder ist das:
Dennoch bleibt diese Gnade bestehen.
Sie gilt uns weiterhin.

Denn eine Gnade, die davon abhängt, ob wir sie richtig einschätzen und uns entsprechend verhalten, wäre keine Gnade, sondern eine von uns zu erbringende Voraussetzung, und damit gar wie der Versuch der Selbsterlösung.

Wenn wir mit der Gnade Gottes spielen, dann schmälert es nicht Seine Gnade für uns.
Aber wir selbst blockieren uns, um in der Gnade Gottes zu leben.

Ausgehbeschränkungen – Corona-Zeit: Mentaler Survivalplan

Jeder Mensch geht anders mit dieser Corona-Zeit um.

Deutschlandweit beten Christen: https://deutschlandbetetgemeinsam.de/

Pastoren bieten verstärkt Online-Predigten an, z.B. ich via LifeTraining.

Menschen hamstern. Regen sich über die Maßnahmen auf oder finden es absolut richtig, was gerade geschieht.

Etliche Bürger sorgen dafür, dass unser System nicht völlig einbricht (Danke!) – und andere wissen nichts mit sich anzufangen.

Doch, was viele von uns eint, ist, dass wir Ausgangsbeschränkungen einhalten müssen. Dabei ist nicht jeder ein Höhlentier und genießt das Abgeschottetsein. Es gibt auch Menschen, die Tag für Tag dicker werden, dümmer werden, egoistischer werden… dabei dürften das die Wenigsten wollen.

Deshalb habe ich für mich und andere einen Schlachtplan entwickelt. Eine mentale Survivalstrategie, um nicht schwermütig zu werden oder nur noch vor Youtube, Netflix & Co abzuhängen.

Eine Skizze dazu, kannst du dir hier runterladen (s.u.).

Im Grunde ist es selbsterklärend.

Vorsichtshalber ein paar Worte dazu:

  1. Setze dir persönliche Ziele! Was möchtest du in 2-3 Wochen erreicht oder erlebt haben? Was würdest du gerne wissen (BRAIN)? Wie fit würdest du gerne sein (BODY)? Was würdest du gerne mal ausprobieren (SKILL)? Wie könntest du anderen helfen (SERVICE)? Was kannst du für deine Spiritualität tun (SPIRIT)?
  2. Breche diese Ziele in Wochenziele runter! Um in 2-3 Wochen das eine Ziel zu erreichen, was müsstest du dafür in der ersten Woche schaffen? Und in der zweiten Woche?
  3. Suche dir einen Challenge-Partner! Wer soll dir bei dir jede Woche nachfragen, ob du dran geblieben bist? Wer würde sich vielleicht auch der mentalen Survival-Challenge stellen, so dass Ihr im Team agieren könnt?
  4. Belohne dich! Wie willst du dich nach einer Woche belohnen? Und wie willst du dich nach drei Wochen belohnen, wenn du wirklich deine Ziele erreicht hast?
  5. Plane dein Freiheitsfest! Wie willst du feiern, wenn die Ausgehbeschränkungen wieder gelockert sind? Plane was Schönes!

So – hier der mentale Survival-Plan zum Download: Mentale Survival-Strategie




Corona und das Gemeindeleben – Kirchen in Krisenzeiten

Zur Zeit wird in Anbetracht der Corona-Krise erörtert, öffentliche Versammlungen einzuschränken oder gar zu verbieten. Das betrifft auch das kirchliche Leben. Im Kreis Teltow plädiert der Kirchenkreis dafür, die nächsten Gottesdienstfeiern und größere Gemeindeveranstaltungen abzublasen. Die Apostel-Petrus-Gemeinde in Berlin hat zur Zeit den gesamten Betrieb eingestellt. In anderen Gemeinden wird die Abendmahlspraxis überdacht. Noch zögern die Entscheidungsträger in Deutschland, das Land tatsächlich radikal für 2-3 Wochen still zu legen, was zur Folge hätte, dass auch Gottesdienstfeiern, Bibelstunden, Chorproben, Krabbelgruppen, Kinder- und Jugendtreffen & Co nicht stattfinden.

Doch wie lebt man als Gemeinde, wenn Treffen mit über 10 Personen verboten werden? Oder noch heftiger: Wie lebt man Gemeinde, wenn jegliche Treffen jenseits der Privaträume verboten werden?

Es gibt mindestens diese drei Wege:
a) Das geistliche Leben im „Wohnzimmer“:
Wie kann gemeinsam mit der Familie oder in der WG gebetet werden? Wie kann gemeinsam die Bibel gelesen und verstanden werden? Wie kann gemeinsam Gott gelobt werden? Oder anders: Wie kann ein Gottesdienst im Wohnzimmer gefeiert werden?

b) Das Leben als kleines Team:
Gemeindeleben mit vier bis neun Personen. Einander ermutigen, helfen, füreinander beten. Sich 1-2 x pro Woche in Privatwohnungen treffen. Wie geht das?

c) Internet-Gemeinde:
Sich per Zoom oder Skype verabreden und via Internet-Stream unterhalten, miteinander beten, sich zusammen auf Gott ausrichten. Das kann fast zu jeder Tageszeit stattfinden… im Schlafanzug und mit einer Tasse Kaffee in der Hand.

Doch all das erfordert, dass man weiß, wie man ein Treffen leitet. Was hilft für ein Teamtreffen? Wie führt man durch eine Videokonferenz? Was sind die Kernbestandteile für ein wirksames Meeting?

Für all das gibt es Antworten. Eigentlich nichts Neues unter Sonne. Aber vielleicht wird es in diesen Zeiten wieder entdeckt.

Ein paar Video-Lektionen habe ich auf meinem Youtube-Kanal (https://www.youtube.com/channel/UCgppYinXUSWss3SUfzkASNg) eingestellt. Nicht jedes Detail wird abgedeckt, aber die Grundlinien werden deutlich:

Teil 1: https://www.youtube.com/watch?v=lY63PWc20ow
Teil 2: https://www.youtube.com/watch?v=NcUD0FSWLVc
Teil 3: https://www.youtube.com/watch?v=moU644k4F88
Teil 4: https://www.youtube.com/watch?v=rSCpUmEhsu8
Teil 5: https://www.youtube.com/watch?v=MLLETl6pRrE